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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
Entstehung
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Im Jahre 1702 theilte er mit dem anderen Gutsbesitzer in Kleinen-Hauß-singen den sogenannten Bruch, welcher bislang gemeinschaftlich war, und istder alte Quergraben als Scheidung angenommen.

Unterm 1^. Septbr. 1706 war er nebst den übrigen Gevettern Vehr eingeladen,sich zum Leichengefolge des Herzogs Georg Wilhelm in Zelle einzufinden, und zwarein jeder mit einem langen schwarzen Mantel zu Pferde, das auch mit schwarzenPfcrdezeuge und Decke versehen seyn sollte; ferner auch mit wenigstens einemDiener im schwarzen Trauerhabite zu Pferde.

Burchard ist gegen das Ende seiner Lebenslage so stark von Körper geworden,daß ihn nicht jeder Stuhl hat tragen können, und sein Bauch ist so dick gewesen,daß er deshalb seine eigene Beine nicht hat sehen können. Der Unterkinn hat ihmauf der Brust gelegen. Zweimal hat er das Unglück beim Reiten gehabt, seinemPferde das Kreutz zu brechen, und beim Einsteigen in die Kutsche sind verschie-dentlich die Tritte gebrochen.

In seinen letzten Lebensjahren hat er das Gesicht verlohren, ist den ig. Juli1729 am Schlage gestorben und zu Wittloh am ig. August beigesetzt worden.

Seine Gemahlin, mit welcher er im Marz 1708 vermählt ist, war CatharineDorothee, JohannAlbrechtBehr zur Hoya Tochter, und aus solcher Ehe sind erfolgt:

1) Gertrude Ilse, gebohren am Z. Februar 1710, vermahlt mit Jacob GeorgMoritz Vehr zu Förste (h. ?5.)

2) Sophie Eleonore, gebohren am 28t Deeember 1711, und als Chanoi-nesse zu Lüne am 21. Juni 176g verstorben.

5) CatharineHedewig, am 5. Jan. 171Z geb. und in selbigemJahreauch verst.

tr) Jacob Albrceht, geb. am 2^. Mai 171^, verst. am 1. Marz 1728.

5) Auguste Friederike, geb. am 11. Dctbr. 1716, verst. am 28. August t.717.

6) Wilken Christoph Ludewig, gebohren am 19. November 1719.

H. 80.

Wahrend der Minderjährigkeit des einzigen Hinterbliebenen Sohns WilkenChristoph Ludewig führte dessen Mutter die Vormundschaft mit solcher Gewissenhaf-tigkeit und Treue, daß nach Beendigung solcher Verwaltung die Güter nicht nur imbesten Zustande, sondern auch ziemlich von Schulden gereiniget waren, obgleich ihrSohn allein in den beiden Jahren igtro und 17^1 auf der Universität HalleNchlr. und in den folgenden anderthalb Jahren auf der Universität Göttingen ander-weit 2000 Rrhlr. verzehrt harre.