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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
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minderjährige Kinder. Hier fand er eine sehr große Schuldenlast vor. Um seinerSchwester Kinder Güter davon zu befreien, schoß er ein ansehnliches Capital her,und befriedigte damit seines Schwagers Glasiger gänzlich, so, daß diese Güternun schuldenfrei wurden. Um indeß dann, wenn seines Schwagers einziger Sohnetwa vor ihm versterben mögte, einige Entschädigung zu haben, schloß er mit seinenVettern, dem Erbmarschall Diedrich Georg Ludswig Vehr zu Häuslingen, undLandrathe Friedrich August Otto Vehr zu Stellichte am iZ. Juni 1778 einenVergleich dahin ab, daß ihm dann auf solchen Fall Kleinen - Häußlingensammt übrigen Gütern seines verstorbenen Schwagers 26 Jahre lang vomMaitag 1778 an allein zufallen sollten.

Nachdem hierauf der vormalige Erbprinz von Brannschweig, Carl Wil-helm Ferdinand, im Jahre 1780 nach seines Vaters Tode die Regierung an-getreten hatte, wünschte derselbe seinen ältesten Jugenfreund (dieß sind desHerzogs eigene Worte) unsern Friedrich Vehr, wieder um und bey sich zuhaben, bot ihm die Stelle eines Oberstallmeisters mit dem Pradicate: Excellenz,auch darneben einen ansehnlichen Gehalt, freye Tafel bei Hofe, freie Equi-page, und jährlich eine gewisse Summe zur Verbesserung der herzoglichenLandgestüte zur eigenen freien Verfügung an. Diese Anerbietungen waren zuehrenvoll, als daß Friedrich sie ausschlagen durfte. Er nahm sie an, underhielt seine Bestallung unterm 2^. October 1782.

Friedrich hatte jedoch nicht lange vorher eine heftige schwere Krankheitüberstanden, von welcher böse Folgen nachgeblieben waren, die zu vertreibenmehrere Aerzte ihre Kräfte vergeblich angewendet hatten. Abzehrung seinesKörpers und äußerste Niedergeschlagenheit seines Geistes waren unverkennbareFolgen jener Krankheit, und kurz vor der sich vorgenommenen Abreise nachBraunschweig endigte er plötzlich in der Nacht des 26. December 1782 seinLeben zur Hoya im 5i. Jahre seines Alters. Er starb unvermahlt, und seineLeiche ist im Erbbegrabnisse zu Bücken beigesetzt worden.

In seinem am 8. März 1782 zur Hoya errichteten Testamente anb N»218. setzte er seine Schwester, die verwittwete Landdrostin Vehr zu Kleinen-Häußlingen zu seiner Haupterbin ein, welches Testament dem Familienvertragevom Jahre 1608 keineswegs angemessen war, jedoch durch die Mitunterschriftseiner Lehnsvettern Kraft erhalten hat.