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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
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Seine Lehngüter wurden dem Erbmarschall, Diedrich Georg Ludewig Vehrzu Kleinen-Häuslingen zu Theil.

So beschloß dieser rastlos thätlge, mehr für andere, und vorzüglich fürseine Schwesterkinder vaterlich sorgende Mann seine Linie, und hat durch seinegut eingerichtete Wirthschaft bewiesen, wie viel die Güter Hoya und Münchhofleisten können, wenn sie ordentlich bewirthschaftet werden. Sein Vater hinter-ließ ihm beinahe 100,000 Rthlr. Schulden. Auf einen großen Theil hat ersolche vermindert, und, obgleich er durch Krieg und Brand zu großen Aus-gaben gezwungen wurde, hat er dennoch nicht nur keine neue Schulden ge-macht, sondern seiner Schwester Kinder Güter von Schulden befreiet, undnoch bedeutend an baarem Gelde, Verschreibungen, Haus- und Vieh-Jnven-tarien-Stücken nachgelassen.

Vor seiner letzten Krankheit hat er immer ein heiteres angenehmes Wesengehabt, ist ein feiner Weltmann und Menschenkenner mit vielem Verständegewesen, dabei ein Mann von strenger Rechtlichkeit.

H. ^6.

Jetzt kehren wir zu Friedrichs (§. ^2.) ältesten nachgelassenen Sohn, Frie-derich, den nächsten Stammvater der heutigen noch blühenden alteren Liniezurück, welcher am 22. August 16^6 gebohren ist.

Er hat zu Zelle die Schule unter dem damaligen Rector Mechovius be-sucht. Wie dieser Lehrer zum Inspektor der Ritterschule nach Lüneburg berufenworden, begab Friedrich sich in königlich-schwedische Dienste, wo er im Jahrs1666 als Cornet im Regiments des Obristen von Gehlen angestellt wurde.Nach Abdankung dieser königlich-schwedischen Kriegsvölker gieng er als Frei-williger mit dem Obristen von Weyhe nach Candia, wo er vom Graf Josiasvon Waldek unter Hauptmann Spiegels Compagnie als Lieutenant angesetztwurde. Hier traf ihn in einem Scharmützel mit den Türken eine Kugel sehrgefährlich, weshalb er 1670 die Insel Candia noch nicht geheilt verließ,

und über Italien nach Osnabrück zurück kehrte, wo er unterm Generalmajorvon Uffel noch einige Zeit als Lieutenant diente, und im Jahre 1671 vonOsnabrück nach Braunschweig verlegt wurde. Im Jahre 1672 wurde er vomBischof zu Osnabrück an die niederrheinisch - westfälischen Krsistruppen