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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
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zuvor die Granze zwischen seinen Besitzungen zu Edwahlen und dem AmteGoldingen berichtigen zu lassen. Diese Urkunden ergeben ferner, daß Johannwürklich des Herzogs in Preußen Statthalter und Rath gewesen fey, undzeigen, wie damals der Geschäftsgang war.

Im Jahre 1699 war er bestimmt wieder in Curland, wie die Anlage169. beweiset, die zugleich seine rechtliche Denkungsart im hellen Lichte dar-stellt. Er chatte an Reinhold Taube zur Bezahlung des Kaufgeldes für dasDorf Lullum eine Obligation statt baaren Geldes cedirt. Taube hatte solcheangenommen und über das Kaufgeld ohne Vorbehalt quitirt, der cedirteSchuldner bezahlte jedoch in der Folge weder Capital noch Zinsen. ObgleichJohann Vehr unter solchen Umstanden zu keiner Entschädigung verpflichtetwar, so wieß er dennoch dem Tanbe gegen Rücknahme jener Session andereGelder an, wie obige Urkunde besaget.

Am 2. April 1600 erhielt er für sich, seine Erben und seine VetternBurchard und Jacob Vehr aus der jüngeren Linie die erneuerte Belehnungmit dem Erbmarschall- und Cammereramte des Stifts Verden, stimmt allenzu solchen Aemtern gehörigen Gütern, so wie solche seine Vorfahren besessenhatten, vom dermaligen Bischof zu Osnabrück und Verden, Philipp Sigis-mund, Herzoge zu Braunschweig Lüneburg, wie Köhler von den Erbland-.Hofamtern 78. berichtet.

Im Jahre 1601 hatte er Streitigkeiten mit dem Herzoge Ernst vonBraunschweig Lüneburg wegen 3 Stücke Landes, die er bei Erkaufung desKlenkschen Burglehns zur Hoya erhalten hatte. Der Herzog nahm diese Lan-dereien in Anspruch, weil es Lehngut seyn sollte, das Claus Klenke von Jo-hann von Fülle verbeutet, das heißt, eingetauscht hatte. Die Sache wurdeindeß dahin beigelegt, daß Johann Vehr dem Herzoge 100 Rkhlr. zahlte, unddas Land behielt, wie Anlage 160. darlegt.

In eben demselben Jahre kaufte er von Radke True und dessen Ehefrau,Anne von Wechelde, zwei Höfe und ^ Kothen zu Ubbendorf und Hilgermissennach der Anlage snd idi» 161. für 1266 Rthlr.

Darauf scheint er im Jahre i6o3 Deuschland ganz verlassen, undauf seine Güter in Curland gezogen zu seyn. Wenigstens ergiebt die Anlage 162,