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mehrerer Anstände beauftragt war, im Marz 168Z zu Riga angekommen, derCardinal für sich allein einen Provinzial-Tag ausschrieb, und seine Eröffnungendamit anffeng, daß der König zwar den Lieflandern die Beibehaltung deraugsburgschen Confession versprochen harte, er, der Cardinal, Amts- und Ge-wiffenshalber aber damit nicht zufrieden seyn, und solches auch keineswegeögestatten könne. Er eröffnete darauf ferner, daß die augsburgsche Confessionausgerottet, alle Belehnungen der letzten Beherrscher Lieflands eassirt, und dieEdelleute ihre festen Schlöffer sämmtlich schleifen sollten. Des Cardinals Pro-positionen gierigen nun zwar nicht alle durch, allein die Beförderung der ka-tholischen Kirche auf Kosten der dort Wurzel gefaßten augsburgschen Confession'war doch allenthalben gar zu sichtbar.
Als nun der nicht viel Freude genossen habende bisherige Beherrscherdes stiftischen Curlands, Herzog Magnus, am i3. Marz i535 ohne mannlicheNachkommen auf dem Schlosse Pilten mit Tode abgegangen war, trugen dieLandstande billig Bedenken, sich an die Krone Polens anzuschließen. Siewählten daher den Johann Vehr zu ihren Commandern-, und sandten ihn nachDannemark, um den König Friedrich 2. zu bitten, sich der Hülflos verlassenenStifter anzunehmen. König Friedrich nahm dieß Anerbieten an, fest ent-schlossen, alle Besitzungen des verstorbenen Herzogs Magnus als die Seinigenanzusehen und zu vertheidigen. Er bestellte Johann Vehr zu seinem Statt-halter, und gab ihm einiges Geschütz und Munition zur Vertheidigung mit.
Bevor jedoch Johann Vehr damit in Pilten angelangt war, hatte derCardinal Radzivil bereits die Schlösser Karkus, Ermes, Helmet und Ruienfür den König von Polen wegnehmen lassen. Der Cardinal sandte auch seinenMarschall, Severin Salinsky, nebst Thomas von Emden, an die Stande vonPilten, um sie zur gütlichen Unterwerfung an die Krone Polens zu bewegen.Allein jetzt nach Rückkunft des Johann Vehr versichert, daß Dannemark sichihrer annehmen wolle, schlugen sie das Begehren des Cardinals ab, und hul-digten dem Könige von Dannemark. Der Cardinal suchte darauf mit Gewaltzu erreichen, was er in Güte zu erhalten nicht im Stande war. Er ließ denpolnischen Obristen Oborsky in den Piltenschen Kreis fallen, der denn daselbstmit Feuer und Schwerdt übel hausete, und selbst in Johann Vehrs Be-sitzungen zu Edwahlen brandte, wie aus der Anlage i^5. hervor gehet. Mit
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