Druckschrift 
Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
Entstehung
Seite
84
Einzelbild herunterladen
 

84

einer niedersachsischen Hand geschrieben. Wenn nun gleich darin der Kauf-preis, wofür die Gebrüder Vehr den Anthei! des Heinrich Klenke am Holze imJubberstude gekauft haben, nichts ausgedrückt ist: so muß er doch sehr betrachtlichgewesen seyn,- indem der erwähnte Pfandschiltiug des Diedrich Meyer lauteiner Urkunde vom Jahre 1676 allein schon 800 Joachimsthaler gewesen is

Uebrigens wird in beiden Urkunden snd 1Z1 und 1Z2 die Oberherr-schaft des Herzogs Wilhelm des Jüngeren von Braunschweig Lüneburg an-erkannt, dem bekanntlich die Hälfte der Grafschaft Hoya und Bruchhausennach dem am 26. Februar 1682 erfolgten Abieben des Grafen Otto zur Hoyaangefallen war. Herzog Wilhelm hatte zwar laut eines Vertrages cks ckatc»Zelle am 2. November 1676 von den auf Hoya, Nienburg und Bruchhausenhaftenden Schulden des letzten Grafen Otto zur Hoya überhaupt 81,760 Gfl.und 56,226 Rchlr. übernommen, worunter die Gebrüder Vehr auch betracht-liche Forderungen hatten. Demohngeachtet findet sich in den Acten, daß sieeinen großen Theil dieser ihrer Forderungen, so viel sie sich auch in der FolgeMühe gegeben haben, nicht bezahlt erhalten haben. Den Grnnd habe ichnicht genau aussindig machen können, gehört auch nicht zum gegenwar-tigen Zwecke.

Ulrich Vehr ist am iZ. November i535 mit Hinterlassung einer Wittweohne mannliche Leibeserben verstorben, und im Gewölbe zu Stellichte beigesetztworden, wie obige Tafel suft 126. ergeben hat, und nach seinem Absterbensind alle Besitzungen der alteren Linie wieder in der Hand senres BrudersJohann vereiniget wordem

Ulrich ist übrigens ein sehr unruhiger Mann gewesen, der unter andernauch viel Handel mit dem Bischöfe zu Verden gehabt hat, von dem er einstder Sage nach beinahe gefangen genommen wäre, wenn ihn nicht die Schnel-ligkeit seines Streitrosses, das bei dem sogenannten Weißdornbusche begrabenliegen soll, aus der Gefahr errettet hatte. Auch mit dem Erzbischofe vonBremen hat er viel Händel gehabt, wie die Anlage 2i4. besagt, und hat erzu der in solcher Urkunde gedachten Sühne unter andern baare 200 Rchlr. andas Hospital zum heiligen Geiste in Vörde bezahlen müssen. So läßt ihnauch die Sage zur Abbüßung seiner unruhigen Handel in der Gestalt eines