sie vielleicht angenommen Haben, weshalb er denn vielleicht als GlaubensgenosseAnuo r55o zum lluterhandler mit Graf Vollrath von Manßfeld gewählt seynmag, well man geglaubt, er werde um deswillen leichter Gingang finden.Diesi mit dem Umstände, daß auch sein Schwager in Curland der Lehre Lu-thers zugechan war, scheint von aller Glaubwürdigkeit nicht entblößt zu seyn,wenn es gleich nur bloße Vermutbungen sind.
Vor dem Jahre i56i scheint ex mir in'cht nach Curland gegangen zuseyn, und ich mögte dieß oder das folgende Jahr beinahe um deswillen zur'Abreise bestimmen, weil mit dem Jahre i52Z der lieflaudlsche Frieden mitRußland abgelaufen war, Rußland den Frieden nicht verlangern wollte, unddas durch die Pest entvölkerte Liefland fremder Arme zum Schuhe bedurfte,auch aus allen Landern Verstärkung an sich Zu ziehen suchte.
Sey nun die Veranlassung seiner Auswanderung, und das Jahr derselben,welche und welches es wolle: so beweißt doch die Urkunde vom Jahre i555suk> dl» worin er die Bürgschaft auf Zoos Mark für seinen Schwager,
den Bischof Johann von Curland und Administrator des Stifts Oesell über-nimmt, daß er damaliger Zeit nicht nur würflich in Curland gewesen sey,sondern auch das Amt eines Stiftsvokgts, ^.ckvoeari ecelssins Ogelensis, aufdem Stiftsamte Arensburg bekleidet habe. Diese Urkunde ist auf Johannisi655 ausgestellt. Den oben sud angeführten Vergleich mit dem
Kloster Walsrode hat er Ostern iö5Z mit abgeschlossen und unterzeichnet. Ermuß also entweder im Herbst i55^ aus Curland zurückgekehrt, und nachOstern i555 wieder dahin gereiset seyn, oder er ist gar erst nach Ostern i655nach Curland ausgewandert, indem in diesem Jahre erst allda die Feindselig-keiten mit Rußland wieder ausgebrochen und die Russen in Finnland mitKriegesmacht eingefallen sind. Vielleicht war er auch aus Curland nur zurück-gekehrt gewesen, um in Deutschland Hülfstruppen zu werben, welches jenerZeit oft geschah. In diesem Dunkel, wo den Forscher sichere Nachrichten ver-lassen, ist es äußerst schwer, ja fast ohnmöglich, das ungefärbte Licht derWahrheit zu finden, und zu unumstößlicher Gewißheit Zu gelangen.
Mußhardt erzählt, loeo cir. 87, Diedrich habe im Jahre i526 eineUrkunde des Erzbischofs Christoph von Bremen als Zeuge unterschrieben. Was