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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
Entstehung
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Denn im Jahre 16^9 erhielt er den Zehnte» zu Jeddingen vom Erzbischofversetzt, in eben dem Jahre ist ihm sein. Sohn Heinrich, und im Jahre i55osein Sohn Diedrich zu Stellichte gebohren. Daneben erzählt uns die oft er-wähnte verdensche Chronik xng. igg. daß, wie Graf Vollrath von Manßftldim Anfange des Monats December i55o das Stift Verden von neuem mitKriegsvölkern überzogen, und das Schloß Rotenburg belagert habe, die Land-stände des Stifts Verden unfern Diedrich Vehr nebst Andreas Mandelslohund Hans Körte an den Grafen abgesandt hatten, um mit ihm wegen desAbzuges mit seinen Völkern zu unterhandeln. Hieraus ist denn doch amzuverlässigsten klar, daß Diedrich im Jahre 1660 durchaus wieder zu Hausegewesen seyn müsse..

Mir will es am wahrscheinlichsten scheinen, daß er erst nach Verlauf desJahrs i55o nach Curland gegangen sey. Denn vom Jahre i5tr6 bis i55iwüthete in Curland und Liefland die Pest so schrecklich, daß dem Berichte derliefländischen Geschichtsschreiber zufolge unter andern im Jahre i55o allein imStifte Dorpat an die 1^,000 Menschen an der Pest gestorben seyn sollen. Insolchen bedenklichen Umstanden besucht gewiß nicht leicht jemand ein fernesmit solcher Krankheit befallenes Land^- Nach dem Aufhören dieser Verheerungist es gewiß den Beherrschern jener Lande angenehm gewesen, aus der Fernewieder Manner zu erhalten, denen die Beschützung der Festen und die Ver-waltung des Landes anvertrauet werden könnte. Bischof Johann von Curlandmag vielleicht seinen Schwager Diedrich ersucht haben, zu ihm zu kommen;Diedrich ist diesem Rufe gefolgt, weil entweder sein thätiger Geist zu Hausenicht genug Beschäftigung mehr haben konnte, oder er vielleicht zur Refor-mation übergegangen, und sich dadurch den Unwillen des Erzbischofs und Her-zogs Heinrich zugezogen haben mogte. Einigen Grund scheint diese letztereVermuthung zu haben, wenn man erwägt, daß Diedrich i5fi3 mit

dem Erzbischof wegen Entsetzung vom Drostenamts zu Rotenburg, vom Stifts-hofe zu Visselhövede und Zelle in Zwistigkeiten gerathen war.. Diedrich hatdieß gewiß nicht ruhig angesehen. Er mag vielleicht Hülfe am fürstlichenHofe zu Zelle gesucht haben, und dieser, wie wir ein ähnliches Beispiel imJahre 1675 finden werden, steh der Sache angenommen, und den Streitvermittelt haben. Diedrich konnte zu Zelle Luthers Lehre kennen gelernt, und