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Versuch einer Geschlechtsgeschichte des hochadelichen Hauses der Herren Behr im Hannoverschen und Curländischen : aus theils bereits gedruckten, theils ungedruckten Urkunden entworfen
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Graf Heinrich wohnte einige Tage der Jagd bei, und wie der König sichzum Nachtlager im Dorfe Lpow anschickte, sandte der Graf seine eigene Leutenach seinem am Strande liegenden Schiffe, indem er sich stellte, als wenn erAbschied vom Könige nehmen wolle. Zum Abschiede wurde nach damaligerGewohnheit tapfer gezecht, und wie der Graf merkte, daß der König unddessen Gefolge sehr berauscht waren, ließ er einige Diener von seinem Schiffekommen, überfiel damit den ohne Wache sorglos schlafenden König, warfdemselben -die Bettdecke über das Gesicht, und führte ihn nebst dessen dreizehn-jährigen Sohn gleichen Namens gefangen nach seinem zur Flucht bereit lie-genden Schiffe. Das ebendaselbst liegende königliche Schiff ließ er in derGeschwindigkeit zur Nacheile untauglich machen, und segelte darauf mit denGefangenen und übrigen aus dem königlichen Aufenthaltsorte bei dieser Ge-legenheit weggenommenen Silbergeschirre und sonstigen Sachen unter gutemWinde nach Weklenburg, wo er dann den König sammt dessen Sohn anfangszu Dallenburg, einem Schlosse zwischen Grevismühlen und Schwerin, Hernach-mals aber zu Schwerin selbst in sicherer Gewahrsam hielt.

Um bei etwaigen Versuchen der Danen, ihren König und dessen Sohnmit Gewalt wieder zu befreien, auf machtigen Beistand rechnen zu können,bot der Graf seine Gefangene dem deutschen Kaiser und Reiche an.

König Heinrich nahm in Abwesenheit seines in Italien sich aufhaltendenVaters, Kaisers Friedrich des Zweiten, dieß Anerbieten mit Freuden an.

Im September 1225 war eine Tagefahrt zu Nordhausen angesetzt gewesen,um wegen den Bedingungen, unter welchen die Freilassung geschehen sollte, zuunterhandeln. Bis zu diesem Zeitpunkte hatten sich die Großen in Dannemarkruhig verhalten. Jetzt aber fürchteten sie, das deutsche Reich mögte ihrenKönig weiter fortbringen lassen. Der Erzbischof Andreas zu Lunden und dieübrigen Stande des danischen Reichs veranlassten eine Unterhandlung zu Bar-dowiek, und das Resultat derselben war obige Urkunde. Weil jedoch der KönigWaldemar sein Königreich vom deutschen Reiche nicht zu Lehn nehmen, unddie Lander zwischen Elbe und Eider nicht abtreten wollte: so ist dieser Bertragnicht zur Ausführung gekommen, der König auch damals seiner Gefangenschaftnicht entlediget worden, sondern erst im November 1226 in Gefolge eines