5. 6.
Der zweite, weicher in Urkunden hiesiger Gegend der Jahrfolge nach mitdem Geschlechts-Namen Sehr vorkömmt, ist Lippold.
Seiner wird zuerst in der zu Bardowieck im Jahre 122^ abgefaßten,jedoch nicht zur Ausführung gekommenen Freilassungs-Urkunde des gefangenenKönigs Waldemar von Dannemark und dessen Sohns Waldemar, als Bürgengedacht, wie Anlage Z. ergiebt.
Die Veranlassung zu dieser Urkunde, oder eigentlich der Grund zur Ge-fangennahme des Königs, wird auf verschiedene Art erzahlt, und mag deshalbzur Unterhaltung hier einen Platz finden.
Der Geheimderath Beselin erzahlt in seinen Auszügen über die Grafenvon Schwerin, welche in Pötker Sammlung Meklenburgischer Schriften undUrkunden St. 1. dl° 1. abgedruckt find, folgender Maasen.
Im Jahre 1220 hatte Pabst Honorius Z. zu einem Kreuzzuge in dasgelobte Land aufrufen lassen. Graf Heinrich von Schwerin nahm das Kreuz,empfahl jedoch vor seinem Abzüge seine Gemahlin, Kinder und Leute demSchutze des Königs Woldemar von Dannemark. Wahrend seiner Abwesenheithatte König Woldemar uls Vormund für einen Sohn der Ida, Schwesterdes Grafen Heinrich, welche an einen natürlichen Sohn des Königs verhei-rathet gewesen, das halbe Amt Schwerin wegen rückstandig gebliebenen Braut-schatzes wegnehmen lassen. Graf Heinrichs Gemahlin, Margarethe, reisete zumKönige, um persönlich gegen diese Maaßregel Vorstellungen zu machen. DerKönig fand die Bittende sehr schön, verliebte sich in die Grafin, und zwangsie mit Gewalt zur Vollführung fiines Willens. Bei der Nuckkehr ihres Ge-mahls aus Palästina erzahlte sie ihm die erlittenen Kränkungen. Graf Hein-rich sann auf Rache. Im Jahre I22Z ersuchte er den König um sicheresGeleite, weil er ihm etwas persönlich vorzutragen habe. Sein Ansuchen wardbewilliget, er schiffte sich nach Dannemark ein, traf den König auf einer klei-nen Insel bei Fühnen mit der Jagd beschäftiget, er machte dein Könige Ge-schenke mit einigen Sachen aus der Fremde, und benahm auf solche Weisedem Könige alle Furcht eines etwaigen gefährlichen Anschlages auf seine Person.