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Wie sollte man sich denn wundern dürfen, daß die Vater alterer, ja derältesten Vorzeit die Aufbewahrung der Nachrichten von ihrem Daseyn, vonihrem Würben und Weben, von ihren Voreltern und Kindern so sorglos be-handelt, ja ganz verabsäumt haben.
Der Ritter verstand das Schwerdt zu führen; er sorgte dafür, daß seineSöhne in gleicher Kunst sich Erfahrung und Gewandtheit erwarben.
Das war sein köstlichster Nachlaß, und er vertrauete darauf, daß dieß dasbeste Mittel sei), seine Besitzungen nicht nur auf seine Nachkommenschaft zubringen, sondern auch nach Gelegenheit zu vergrößern. Buchstaben waren inseiner Rüstkammer unnütz. Er mogte mit solcher in seinen Augen mönchischenTändeleien seine edle Zeit nicht verderben; und war ja einmal ein Fehdebriefoder sonstige Urkunde zu schreiben oder zu lesen, so war sogleich allenthalbenein Geistlicher zur Hand, um dieß unritterliche Geschäft zu besorgen.
Dem Geistlichen, der zu seinem Vergnügen, oder aus sonst einer Absichteine Chronik schrieb, kann man es eben so wenig zum Vorwurfe machen, wenner nicht jeden Ritter seiner Gegend, dessen Geschlecht und sonst irgend einendem Forscher der Special-Geschichte merkwürdigen Umstand aufzeichnete. SeinPlan war gewöhnlich die Begebenheiten, welche einem Stifte, Kloster oderLandstriche entweder nützlich oder schädlich gewesen, oder sich sonst in Beziehungauf dasselbe zugetragen hakten, der Nachwelt aufzubewahren. Was kümmerteihn das Geschlecht eines Nachbars oder Landsassen. Waren sie Wohlthäter oderFeinde gewesen, dann fand ihr Namen wohl einen Platz in seiner Erzählung.Mehr konnte und durfte man von ihm nicht erwarten, und^das um so weniger,als noch jetzt die Zeitungsschreiber unsrer Tage, welche gleichsam die Stelleder Chronikenschreiber jener Vorzeit in Hinsicht der Begebenheiten während ihresLebens vertreten, oft vieles, vorzüglich Namen der handelnden Personen nuranführen, ohne von ihrer Abkunft Nachricht zu geben. Es ist solches demGleichzeitigen bekannt, und es fallt der Gedanke nicht ein, daß die Nachkom-men dieß alles nicht auch wissen werden, und ihrentwegen hätte umständlichergeschrieben werden müssen. Wie viele Begebenheiten unsrer Zeit bleiben un-aufgezeichnet, die dem künftigen Bearbeiter einer Geschichte von irgend einemkleinen Landchen, oder einer Stadt, oder einem Geschlechte zu wissen äußerst