Darnach ist der Anteil der ersten Fakultät am stätigsten, ungefähr einSiebentel der Gesamtzahl in allen drei Jahrzehnten. Der Anteil derJuristen steigert sich von einem starken Fünftel zu fast der Hälfte undsinkt nicht auf ein Drittel. Die Mediziner sind im ersten und drittenJahrzehnt ein Drittel, im zweiten aber zurückgegangen auf ein Siebentel.Der Rückgang auf ein Siebentel trifft auch die Philosophen im drittenJahrzehnt; im ersten sind sie ein starkes Viertel, im zweiten ein Drittel.Darf man mit Goethe sagen: Sie werden wunderbar geprüft, sie „kvnntensnicht ertragen, hätte nicht den holden Leichtsinn die Natur gegeben?" Ammeisten von dieser Gottesgabc scheinen demnach Mediziner und Juristen zuhaben und haben zu dürfen.
Hieran anschließend wird angemessen der landsmannschaftlichc Charakterunsrer Burschenschaft zur Sprache kommen, auch wieder im Vergleich derdrei Jahrzehnte. Rheinland und Westfalen sind unser Wurzel- und Nähr,boden. Von den 60 — 70 Aktivgewordenen sind 154 Rheinländer (die ausder Lahngcgend mitgerechnet), und Westfalen, 72 andre, also ein Verhältnisvon stark 2 :1. Von 1870— 80 sind es 79 gegen 17; also etwa 5:1;von 1880 — 90 aber 99:27, also 4:1.
Diesem stark autochthonen Charakter unserer Burschenschaft haben wires zu danken, daß auch im zweiten Jahrzehnt die bei ihr Gebliebenengern zur Vollendung ihrer Studien nach Bonn als Inaktive zurückkehrten.Sie sind eine äußerst wertvolle Stütze für die Burschenschaft*), man dürstesagen ihr Rückgrat. Und eine Reihe tüchtiger Examina, vor allem derMediziner, ist im Vergleich zu anderen nicht bloß Bonner Verbindungenein besonderer Ruhm unserer Alemannia. Deshalb sei — den Bestandenenzum Gedächtnis, kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung — hier Genauesverzeichnet.
Von den Theologen kehrten fast alle zurück: Jösting 73/74, FritzNiemeper 75/76, gleichzeitig Ferdinand Franz; Thümmcl 76/77,Rcinhold Niemeyer 79, Heinrich Rühle 83/84. Sie stiegen vonBonn nach Koblenz oder Münster und von da todesmutig ins Philistertum.Von den Medizinern: Graeve 75, Lehmann und Wortmann 75 und76, Eschenburg 76, Spiekmann 77/78, Meper 79 und 80,Reckmann 79/81, Blendermann 82, Reuter 82/33 und OskarSchultze 83. Von den Juristen vermissen wir einige in älteren Semesternin Bonn; doch begegnen Ruer 73, Hartog 73/74, Stein 74/75, Heinkc
') Dagegen sind an der Land- und Leutefrcmdheit schon manche, z. B. die Heidel-berger Namensvettern, s. Z. mit zu Grunde gegangen.