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Geschichte der Burschenschaft Alemannia zu Bonn : Festgabe z. Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der Burschenschaft Alemannia
Entstehung
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gezeigt werden, unterstand dessen Beurteilung und wurde nötigenfalls gerügt.Also genau so, wie oben Goecke uns aus der vorhergehenden Zeitepoche be-richtet hat.

Den burschenschaftlichen Prinzipien entsprechend, wurde bei Aufnahmein die innere Verbindung in dem gedachten Zeitraum ebensowenig wie inden fünfziger Jahren Wert darauf gelegt, ob der Betreffende Mensur ge-schlagen habe oder nicht. Bei der großen Mitgliederzahl kam es mehrfachvor, daß Alemannen Ämter bekleideten, vier Semester aktiv waren,außerdem noch mehrere Semester inaktiv, ohne jemals auf Mensur ge-standen zu haben, sei es, daß sie bei der Masse hängender Contrahagen,die stets zu erledigen waren, nicht an die Reihe gekommen waren, sei es,daß sie überhaupt keine Contrahage gehabt hatten. Pauklustige Gemütererlebten freilich stets allerlei Dinge, die zumHängen" führten. Aberjeder war sich wohl bewußt, daß er gegebenen Falles jeden Augenblickbereit sein müsse, auf die Mensur zu treten. Bis 1867 ist die EinführungderBestimmungsmensur" überhaupt nie in Frage gekommen, freilich warstets eine Minoritätspartei da, die das sogenannteNempelprinzip" ein-geführt haben wollte. Bis zu einem förmlichen Antrag in dieser Richtungkam es nicht. Auch über das Parieren auf Mensur dachte man anders alsjetzt, wo das ruhige Stehenbleiben höher geschätzt wird als das geschickteAusweichen und sorgfältige Decken. Das ruhige, feste Stehen war jaallerdings auch damals bei weitem die Regel, und nur wenige machten eineAusnahme; den damaligen Korporationsstudenten galt das Pauken mehr alsjetzt für eine Kunst, von der man bei der Verteidigung wie beim AngriffGebrauch machen dürfe und müsse; es war ein Genuß, eine Mensur zwischenzwei furchtlosen, aber dabei auch kunstfertigen Schlägern anzusehen. Alsein glänzendes Beispiel der damaligen Kampfesweise möge HeinrichAverdunk (61 62) angeführt werden; mit scharfem Auge studierte er erstdie Schlagweise seines Gegners, wußte bald seine Blöße zu erfassen, undwährend er nie die eigene Deckung aus den Augen verlor, brachten geschickteLockhiebe den Gegner bald dazu, auf Momente seine Deckung zu vergessen,und blitzschnell erfolgte dann von Averdunk als Nachhieb die damalsallgemein bekannte Hochterz, die ihn bald zum gefürchtetsten Schläger inBonn machte. Die Mensuren verliefen dadurch lange nicht so blutig, wieheutzutage, und es galt dies von allen Korporationen ohne Ausnahme; abersie waren kunstvoller und erforderten gewiß denselben Mut, sicher aber mehrSchärfe des Blickes und eine größere Ruhe des Blutes als die heutigeKampfweise, die, dem Zuge der Zeit folgend, bei allen Korporationen denHauptwert auf forsches, rücksichtsloses Schlagen legt. Wann und durch was