Nein, dreimal Nein! es mar kein Selbstbetrug,
Und fänden wir anch keine Frucht des Strebens:
Sahst dn, daß eine Rase Früchte trug,
Und fragst dn nach den Zwecken ihres Lebens?
Sic selbst, ihr Duft, ihr ist es Zweck genug,
Was ans der Erde schön, ist nie vergebens!
Der Lenz, der einmal uns ins Herz gedrungen,
Er wird vvn keinem Schicksal uns entrungen!
Und dach — anch Früchte fielen golden nieder,
Gereift aus jener welken Blüten Schoß:
Verrauscht der Becherklang, der Klang der Lieder,
Der einst die Herzen aneinander schloß,
Doch treu geblieben sind des Bundes Brüder,Und Männerfrenndschaft wuchs uns fröhlich groß,
Erfreuend, tröstend nnsrcr Tage Rest:
Das ist doch wohl ein reiches Erntefest!
Und ob anch längst die äußern Zeichen fielen.
Das Schwarz-Rot-Gold nicht mehr die Brust uns schmückt,
Ob alt und grau, zu andern Lebenszielen,
Zu andern Sorgen man uns längst entrückt:
In neuer Form nur wohnt das alte Fühlen,
Dasselbe Wollen, das uns einst beglückt:
Drum treu dem Wahlspruch, stark durch EinigkeitSoll Alemannia blühen allezeit!
Koblenz. ,
Karl Kessel.
OAAO