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Geschichte der seit dreihundert Jahren in Breslau befindlichen Stadtbuchdruckerey als ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Buchdruckerkunst : Mit 4 Bildnissen und 4 erläuternden Kupferplatten
Entstehung
Seite
82
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Geschichte der Schlesischen Bnclidruckereyeru

1776 in der Grafsischen Officin abgedruckt worden, wo man sie noch fleifsig aufbe-wahrt. (Umständlich beschrieben hat sie Herr Rect. M. Scheib el in den Beiträgenzur Topographie von Schlesien, im IV. Bande der neuen ökonomischen Nachrichtender Sc-hles. Patriot. Gesellschaft 1788- S. 156.) Die erste Ausgabe dieser Charte von1561 ist so selten, dafs man nur noch die eirizelen Exemplare derselben zählt, derenes fünf geben soll, wovon das Eine auf der hiesigen Maria Magdaleneischen Biblio-thek aufbewahrt wird. Die Nachfolger Crucigers waren Andreas Reinheck el(von 1586 bis 1600) Adam Thran, Caspar Siegfried, (bis 1614) Crispin Sclrarf-fenberg, (bis 1615) Augustin G riin der, (bis 1624) Johann Schubart, (von 1624bis 1649), Ignatius Constantin Schubart, (bis 1684)1 der eine Menge Schriften, dieSchefflerischen Streitigkeiten betreffend, druckte, Christoph Lertz, (von 1684 ^ LS1693), Johann Joseph Krembfsl und Wittwe, (1699) Joseph Schlögel (von1707 bis 1739) und dessen Sohn Franz Joseph Schlögel, dessen liinterlassene"Wittwe im Jahre 1798 Franz Rosenkranz heirathete und dadurch auch Besitzerder Officin ward.

O e l s.

Nach der Breslauischen Stadtbuchdruckerey ist der Zeit nach die ehemals den Ju-den zuOels gehörige Officin, wohl entschieden, die älteste. Dies ergiebt sich aus demmerkwürdigen Pentateuchus cum V Megilloth et Haphtaroth durch David ben Jonathanund Chajim ben David Sachor , in Folio , auf dessen Titelblatte man die Worte liest:Gedruckt in der heiligen Synagoge zu Oels unter der Regierung des Herrn HerzogsCarl im Monat Abh oder August, nach der kleinern Zeitrechnung im 290sten Jahred. i. im Jahre Christi 15303 dessen Druck durch den schrecklichen Orkan vom 1 Sept.1535 unterbrochen und zerstreut wurde und späterhin der so berühmte HamburgerTheologe und Literator Wolf in seiner bibliotheca liebraea P. II. Sect. V. p. 364. 386beschrieb; worüber indefs noch die Meinungen getheilt sind, ob er ganz oder nurzum Theil vorhanden sey. u Da nach dieser traurigen Begebenheit die Juden aus derStadt vertrieben wurden, so hörten auch die Arbeiten ihrer Officin auf. Erst im Jah-re 1593 findet sich wieder ein Oelsnischer Buchdrucker, zugleich deutscher Schul-halter des Orts, Namens Caspar Richter, dessen von ihm sauber gedrucktesZinfsbuch, der Verfasser in der umständlichen Biographie dieser Officin (Schles.Provinz. Blätter 1804. Jan. Anhang) rühmlich erwähnt, es vermuthen läfst, dafs ervorher schon mehreres gedruckt haben müsse. Ihm folgte 1594 Andreas Eich-born und diesem 1605 Johann Bössemesser, welcher zuerst einen festgesetztenjährlichen Gehalt und denTitel eines Hofbuchdruckers erhalten zu haben scheint.

Er