2 Geschichte der ersten Bresl. Buch druck er cy.
ehmals gewöhnliche Abschreiben der Manuscripte nicht mehr behagen. Dochkein Schlesier mochte es versuchen, in der Hauptstadt selbst eine Druckereyanzulegen. Sey es, dafs das Wagestück in Absicht auf den dazu erhaltenden Vor-theil zu grofs tvar, oder die Schlesier überhaupt die Kunst selbst noch nicht ge-nug kannten. Der erste, der sich dazu verstand, war ein Ausländer.
I. Conrad Baumgarthen.
{jebürtig von Rothenburg oder Rothenberg, Dafs er wirklich dererste Buchdrucker gewesen, erhellet daraus: dafs, wenn einer vor ihm in Bres-lau gedruckt hätte, man sonst nicht das Viaticum Vratislaviense in Venedig 1499lind 1501, sondern lieber in Breslau würde haben drucken lassen. Zuerst druckteer zu Ollmiitz in Mähren Henrici Institoris Sermones adversus Waldenses mit deut-scher Schrift in Folio, zwei Alphabete stark, welches Werk 1502 den 20. Märzfertig wurde; woselbst er sich zu Ende schreibt: per Magistrum ConradumBawngarthen Impressum finit felicitcr Anno Salutis noslro MCCCCCII. xx. Martii.Ein Exemplar davon ist zu Breslau in der Neustadt auf der Bibliothek der Kirchezu St. Bernhardin zu finden. In Breslau druckte er zuerst 1503. ')
1503. Carmen clegiatum Laurentii Corvini Novoforensis, de Apolline et novemMusis.
Am Ende steht: Impressum in festa urbe Vratislaviensi per me Conra-dum Baumgarihen de Rothenburga Anno Domini M. CCCCC. III.die xx. Mensis Aprilis.
Sigis-
l) S. Schlesisches Historisches Labyrinth. Breslau und Leipzig 1737 in 8- ~~ BreslauischesJubelgedächtnifs der vor 3oo Jahren erfundenen Buchdruckerkunst. Breslau 1740- in 4-— Runge Collegiura Silesiacum. Mscpt. — Walther, Silesia Diplomatica. Breslau1741 in 4- '— Handschriftliche Nachrichten. — Kundmanns berühmte Schlesier in»Münzen- Breslau und Leipzig 1738. in 4•