Druckschrift 
Geschichte der seit dreihundert Jahren in Breslau befindlichen Stadtbuchdruckerey als ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Buchdruckerkunst : Mit 4 Bildnissen und 4 erläuternden Kupferplatten
Entstehung
Seite
8
Einzelbild herunterladen
 

0 Geschichte der ersten Bresl. Buchdruckerey»

SSorre^be SRartini ßutljer*

Sag gepfilid;e lieber fingen gut onnb ©ot angeneme fep acht id; fcp feinem d;rifimitoerborgenn biemeil pebermann ntcf)t alleinn bag Gjcempel ber propl;eten Du fonige im alten te=ftament (bie mit fingen oft flinge mit tieften onb allerlei) feptenfpiel ©ot gelobt l;aben) fonsbeim aud) fold;er bvaud) fonbetlid) mit pfalmenn gemeiner chrifteljeit oon anfäg funb ifi. Saaud) <3, Paulus fold;g i Gor. 14. epnfe|t ön 31t benn Goloffern gepeut oon t;cr^en bem l;errnfingen geifilic^e lieber oft pfalmenn 2fuff bag baburd; ©otteg mort onnb d;rijilid;e lere auffallerlei meife getriben on geübt merbenn.

Semnad; l;ab id; aud; fampt etlidjenn anbevn 31t gute' anfang oft orfad; 3U geben be=neu bie eg beffer oetmugen etliche gcpfilid;e lieber 31t famen bracht bag f)eplige euatigcliö foi%t gotteS gnaben reibet auffgäge ifi 3U treibe oft in fd;mancf 3U bringen b3 mir aud; ongmodjte rl;umcn mie SOlofeg in feim gefang tl;ut ©rob. 15. bj d;rifiug onfer lob en gefang fei;oft nid;tg miffen follen 51t fingen nod; 31t fagen ben il;efu d;rijiu unfern fyeptanb mie §)aulu§fagt 1 Gor. 2.

SSnnb finb ba3u aud; in oier fipme bracht nid;t au§ anberer orfad; benn b3 id; gernemolfe bie jugent bie bod; fonfi fol onnb mug in ber Skuft'ca onnb anbern red;ten funji er£o=gen merben etmaS fjette bamit fie ber bul lieber oft flei;fd;lid;en gefenge log mürbe onnb anberfelben jlat etmag l)eilfameg lernete oft alfo bag guete mit lufi mie ben jungenn gepurt ei;ngienge. 2lud; b3 ich nicht ber mepnung bin bag burd;g Guangelion folte alle fujie 3U bobengefd;lagen merben oft oergefye mie etliche abergepfilidjen furgeben ©onbern id; molt alle fünftefüberlich bie S0?ufica gern fcl;en im bienfi beg ber fie geben onnb erfd;affenn hat. SSitte ber=l;albenn einn iglid;er frumer cfyriji molt fold;g pm laffenn gefallen on mo pm ©ott mel;robber beg gleichen uerleptjet l;elfenn fobbern ©g ifi fonfi lepber äße meßt all^u lag onnb 31tuergeffen bie arme jugent 3U 3il ;en onnb leren bag man nid;t aßeterfi barff aud; orfad) bajugeben, ©ott geb onng fepne gnabe."

Es enthält die meisten noch jetzt vorhandenen Lutherischen Lieder undzugleich die Noten dazu. Diese scheinen Holzschnitte zu seyn.

Diese Officin druckte also das älteste Breslauische protestantische Ge-sangbuch.

I525'