Druckschrift 
Geschichte der seit dreihundert Jahren in Breslau befindlichen Stadtbuchdruckerey als ein Beitrag zur allgemeinen Geschichte der Buchdruckerkunst : Mit 4 Bildnissen und 4 erläuternden Kupferplatten
Entstehung
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4 _ Geschichte der ersten Bresl. Buch drück erey»

schlofsnen Helm aber wiederum besagter Stamm befindlich. Den Titel ziert einviereckigter Holzschnitt, welcher die in einem Zimmer sitzende Hedwig mit einemlangen Oberkleide darstellt. Das Haupt ist in einen langen Schleyer gehüllt undmit einem Nimbus versehen. Den Kopf deckt ein Fürstenhut. In der rechtenHand hält sie einen Rosenkranz, in der linken aber eine Kirche. Oben über ste-het ein Wappen mit getheiltem Schilde, dessen rechte Seite ein rotlies Feld miteinem weifsen Queerbalken in der Mitte, die linke aber zwei schwarze Löwenmit aufgehabner rechter Vorderpfote und Schwänze in gelbem Felde vorstellt.Das Buch selbst hat viel schöne Holzschnitte, die Tlraten der heiligen Hedwigvorstellend. Die Schreibart des Textes scheint ein paar Jahrhundert älter zu.seyn, als der Druck; der Verfasser aber ist ganz unbekannt. Die Orthographiedes Drucks ist vollkommen der Gewohnheit der damaligen Zeiten gemäfs, nach-lässig und ungleich. Die Buchstaben haben die Form der alten Mönchsschrift,Man findet deren zweierlei, kleinere und gröfsere. Die kleinem gleichen unsrerSchwabacher Schrift; die gröfsern aber sind jetzt nicht mehr so gebräuchlich.Überdies findet man dabei einen grofsen Mangel der gröfsern quadrirten An-fangsbuchstaben ; denn nur blos auf dem ersten Blatte ist ein dergleichen grofsesA befindlich, sonst aber sind sehr öfters im Buche selbst, hin und wieder zuAnfang eines neuen Satzes, wohl ein grofser viereckigter Platz gelassen, aberder darein gehörige Buchstabe von der kleinsten Schrift genommen. Das Formatist klein Folio. Nach der Signatur bestehet es aus Aj M und AA= DD Temen;EE Quaterne, a Terne, und b Duerne, zusammen aus 57 Bogen oder 114Blättern, ohne Custodes und Seitenzahlen, mit gespaltnen Colurmien.

Von diesem Drucke gab es schon 1737 nur noch zwei complette und eindefectes Exemplar. Das erste besitzt die Elisabetanisclie Bibliothek. Das anderebefindet sich in der Bibliothek der Herren Dominicaner zu St. Albrecht, so aberauf dem allerletzten Blatte mit dem erstem nicht übereinkommen soll. Dasletzte defecte Exemplar besafs Hr. Runge, damaliger Prorector am Maria Mag-dalenischen Gymnasium; jetzt aber befindet es sich auf der Bibliothek der Her-ren P. P. Capuciner zu Breslau. In diesem Abdrucke finden sich die in demoben angeführten Exemplare fehlenden grofsen Anfangsbuchstaben, roth gemahlt.

Als