augenscheinlich als die Imitation einer Holzschale angesehenwerden darf.
4. Taf. XX, Fig. 18 — 23, Krüge und Kannen.Auch diese haben die verschiedenste Technik. Fig. 18 istglänzend schwarz und mit eingedrückten Sternen versehenund ist auf dem alten merovingischen Gräberfelde des Kirch-bergs in Andernach gefunden. Ebendaher stammt der gleich-falls glänzend schwarze Krug Fig. 19, der in der Breitedes Bodens einen entschiedenen Gegensatz zu den gleich-artigen spätrömischen Krügen zeigt. Die übrigen Krüge sindmehr rötlich-gelb und zum Teil etwas rauhwandiger und hartgebacken.
2. Die Gefässe der frühkarlingischen Zeit.
Bereits in meinem Aufsatze „Zur Karlingischen Keramik'"(Wd.-Z. IV, S. 354—366) habe ich eine grössere Anzahl vonan verschiedenen Stellen gefundenen Gefässen als frtthkarlin-gisehe nachgewiesen. Es stehen diese Gefässe stilistisch oderihrem Gestaltungs- und Ornamentationscharakter nach in der.Mitte zwischen den merovingischen und den spätkarlingischenGefässen. Bei solchen Gefässen oder deren Resten, die ineiner Culturschicht oberhalb der Merovingengräber von Mecken-heim gefunden worden, lag eine, jetzt im Bonner Prov.-Mus..befindliche Münze von Carl d. Grossen; sie wurde erst später,nachdem ich (Wd.-Z. a. a. 0.) aus anderen Gründen jeneCulturschicht als frühkarlingisch bezeichnet hatte, bestimmt.Sämtliche von mir als frühkarlingisch angesehenen Thonar-beiten sammelte Herr 0. Rautcrt-Düsseldorf aus einer vonmir bei Meckenheim entdeckten Brandschicht, die Rautcrtsystematisch aufdeckte und untersuchte (0. Rautcrt, Heft XC1IId. Bonner Jahrb. Mise.). Durch sorgfältige Sichtung derverschiedenen Gefässarten jener Brandschicht und Vergleichmit dem vorhandenen Material kam auch Rautcrt zu derUeberzeugung, dass wir es hier mit dem Hausrate einesKarlingers aus der Zeit Carls d. Grossen zu thun, der bei derAnlage des Baues in die Brandschicht gelangt sei (a. a. 0.).