Neben diesen germanischen Gefässen fränkischer Zeitfanden sieh in dem frühfränkischen Gräberfelde vom Kirchberg'Gefässe, welche wir bereits früher als spätrömische kennenlernten, vorzüglich die Taf. XX, Fig. 13, 20, 21 u. 22 vor-geführten Typen, wenn auch in rohester Ausartung. Dannwurden derartige römische Erfindungen angetroffen, welchenach fränkischem Geschmack umgearbeitet sind. Man gabz. B. der Standfläche des Kruges eine den schlichten Frankenbequemere Breite, wie Taf. XX, Fig. 20—23 zeigt, liess ge-wöhnlich den schwer zu härtenden Henkel weg, ebenso alleProfilirungen, welche Schwierigkeiten verursachten. Keinesder Gefässe wurde abgedreht.
In den untersten Totenschichten des fränkischen Gräber-feldes in Meckenheim bei Bonn fand ich eine Münze des6. Jahrhunderts, während in der oberen Gräberschicht Scherbenangetroffen wurden, die mit denjenigen übereinstimmen, welchemit einer Münze Carls d. Grossen zusammen lagen. DieGräberschicht Meckenheims, welche somit in die Zeit zwischendem 6. und dem 8. Jahrhundert fällt, zeigt eine Keramik, diemit der des Beckumer Frankengräberfeldes identisch ist, dasnach dem dort erfolgten Völkerwechsel nicht über das Jahr 690hinausreichen kann. Vergleicht man nun die in das Endedes 5.—7. Jahrhunderts gehörenden Gefässe von Andernachund Meckenheim mit den älteren von Wiesbaden, so zeigtsich eine etwa seit dem 5. Jahrhundert erfolgte Umwandlungder germanischen Keramik und es lassen sich folgende Artenvon inerovingischen Gefässen unterscheiden:
1. Taf. XX, Fig. 1—8, weit bauchige Töpfe. Essind die in den linksrheinischen Frankengräbern gewöhnlichvorkommenden Gefässe, die am Kopfende, zur Seite oder anden Füssen des Toten stehen. Sie lassen sich in folgendeArten einteilen:
a. Gedrungene, in der Grundform eckige Töpfemit glattem oberen Rande, Taf. XX, Fig. 1—2. Siefinden sich gewöhnlich auf den ältesten linksrheinischen raero-vingisch-fränkischen Gräberfeldern und fehlen in den spät-fränkischen Totenwohnungen. Der Brand dieser Keramik