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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
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in Wiesbaden. Sie haben dünne Wände, ähnlich denjenigen derLa Tene-Waare; sie sind nur etwas, wenn aüfch nicht viel härterals diese gebacken, sodass sie noch den schmutzig grau-schwarzen. vorrömischen Thongefässen gleichen. Auch in derForm und Ornainentation sind die Unterschiede nicht bedeutend.Der obere glatte Schrägrand der Gefässe Fig. 15 u. 18 istdem Rande der germanischen Graburnen sehr ähnlich. DenTopf Fig. 19 könnte man fast mit einer Klimpe der La Töne-Zeit verwechseln. Andererseits neigen sich diese Gefässeauch, wie in der Technik, so in der Form, zumal in dereckigen Ausladung des Gefässbauchcs, sehr den hart gc-backenen, charakteristischen, merovingischen Gefässen Taf. XX,Fig. 118 zu. Ebenso zeigt die Ornamentik, welche aus einge-drückten Dreieckchen, Sternen, aus horizontalen Gurtfurchenund aus in Zaekenfonn eingeschnittenen Strichen besteht,sowohl eine Verwandtschaft mit den vorfränkischen germani-schen als auch mit den fränkischen Gcfässornainenten. In derGestalt des schwarzen Kruges Taf. XIX, Fig. -0 haben wirdie älteste Form des fränkischen Henkelkruges und in denübrigen Gefässen die Grundtypen der ächt mcrovingisch-frän-kischen Töpfe und Schüsseln.

Mit den Wiesbadener Thongefässen in Form und Technikidentische Gefässe habe ich aus fränkischen Gräberfeldernder linken Rheinseite nicht gesehen. Hier erscheint auf demältesten der bisher bekannt gewordenen fränkischen Toten-äcker, auf dem vom Kirchberg in Andernach, der nach derXotitia dignitatum freilich nicht vor der zweiten Hälfte des5. Jahrhunderts entstanden sein kann, zwar auch vorbeschrie-bener Gefässtypus, aber in ausgebildeterer Art. Die breitengedrungenen Töpfe wie Taf. XIX, Fig. 17 u. 18 sind, wiedie Andernacher Gefässe Taf. XX, Fig. 14 zeigen, auchhier gefunden, aber sie sind härter gebacken und es fehlendie Strichornamente. Auch erscheinen sie etwas ausgebildeterin der Form, kurz: sie nähern sich mehr der bekannten un-glasirten Steingutwaare des Mittelalters. Ebenso die Taf. XX,Fig. 423 abgebildeten Krüge und Schalen aus den älterenGräbern vom Kirchberg.