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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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Zahl und die Güte der Beigaben von den Standesverliält-nissen der Verstorbenen ab, sodass man römische und frän-kische Gräber ohne Beigaben antreffen kann, die sich voneinander nicht unterscheiden lassen. Seit den VerordnungenCarls d. Grossen hörte man überhaupt auf, den VerstorbenenSabhen mitzugeben. Aber wir stossen jetzt auf eine Sitte, derwir die Erhaltung einer überaus grossen Anzahl von Gefässenzu verdanken haben. Man glaubte nämlich, dass die Erde,welche ein Bauwerk zu tragen habe, gesühnt werden müsseund setzte ganze Reihen von Gelassen unter oder in besonderenNischen und Gewölben in die Baufundamente. Jetzt tretenauch Schanzen und andere Bauwerke auf, die in ihren Cultur-und Brandschichten zahlreiche keramische Reste aufweisen(vgl. meinen Aufsatz a. a. 0.). Was die Gefässe selbst betrifft,so schliesst sieh die Hauptmasse derselben, welche auf beidenRheinseiten, ohne Bezug auf die ursprünglichen nationalenUnterschiede, vorkommt, nicht an die spätrömischen Gefässeder römischen Provinzen Galliens an, sondern an die spät-römischen der rechtsrheinischen Germanen. Nur wenige Aus-nahmen lassen sich als Fortführung der spätrömischen ArbeitenGalliens erkennen. In der friihkarlingischen Zeit äussert sicheine Neuerung in der Formgebung und Technik und einerzweiten Umgestaltung der fränkischen Keramik begegnen wirin der spätkarlingischen Zeit.

»Sic ermöglichen es, die fränkischen Gefässe einzuteilen in :

1. Gefässe der merovingisch-fränkischen Zeit,

2. frühkarlingiscb

3. spätkarlingisck

1. Die Gefässe der merovingisch-fränkischen Zeit.

Es entwickelten sich, in ähnlicher Weise wie die früh-römischen Gefässe aus den La Tene-Arbeiten, so die mero-vingisch-fränkischen Gefässe aus den rechtsrheinischen, germa-nischen Thongefässen. Das lehrreichste Beispiel, welches ichanführen kann, sind die auf Tat'. XIX, Fig. 1520 abge-bildeten ältesten Thongcfässe des frühfränkischen Gräberfeldes

Koenon, Gefilsskunde. 9