Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

Provinz Hannover, Braunschweig 1874). Unter den neuestenArbeiten, welche ein Gräberfeld dieser Periode wissenschaftlichgründlich behandeln, zeichnet sicli das Werk von Voss undStimmi ng, Vorgeschichtliche Altertümer der Mark Brandenburg,besonders aus (vgl. a. a. 0. das Gräberfeld von Fohrde S. 2329u. Abth. V, Taf. 115). In der Nähe von Eller bei Düssel-dorf liegt ein gleichartiges Gräberfeld, von dem einzelneGräber und Grabesbeigaben sich im Düsseldorfer HistorischenMuseum und im Privatbesitz befinden. Im Verein mit ander-wärts in der Rheinprovinz zu Tage geförderten Gegenständendieser Periode, zeigt es deutlich, dass sich damals eine gleich-artige Cultur über die rechtsrheinischen germanischen Völker-schaften verbreitete, der ein Gefässstil eigentümlich war,welcher von dem der Gefässe frührömischer und spätrömischerGermanengetässe zu unterscheiden ist. Zur Charakteristikderselben genügt vorläufig das von Voss (a. a. 0. 8. 26)Gegebene. Darnach lassen sich auf dem Gräberfelde vonFohrde, dessen Thongefässe den Typus der in Deutschlandim Allgemeinen vorkommenden germanischen Gefässe dermittleren römischen Kaiserzeit veranschaulichen wenn auchin unwesentlichen lokalen Unterschieden folgende sechsArten von Gefässen unterscheiden:

1. Taf. XIX, Fig. 8, Einhenklige Töpfe mit weiterMündung, niedrigen, steilem, oder zuweilen kaum bemerkbarenHalse, hervorgelegtem, weiten Bauch und verhältnismässigschmalem Fuss. Die Grundform entspricht den cylindrischenUrnen der frührömischen Germanengräber (vgl. S. 118 undTaf. XIX, 8). Dieselben haben zum Teil eine tiefschwarze Farbe,welche nach Voss (a. a. 0. 8.26) durch Bcrussung währenddes Brennens mit äusserst fein zerteilten Kohlenteilchen,welche den Thon völlig durchsetzten, hervorgerufen wurde.Bei anderen Exemplaren ist die Farbe verschiedenartig grau,-gelblich oder mehr oder weniger braun. Der Tlion ist absichtlichmit härteren Bestandteilen vermischt und dann an der Ober-fläche mit reinem Thonschlamm übergössen, der nach demAustrocknen sauber geglättet ist. Bei einigen Gefässen sind'Teile durch Bewerfen mit Sand rauh gemacht, wie Voss