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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
121
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sagtwesentlich zu ornamentalen Zwecken, um den Gegen-satz gegen die glatten Flächen wirksamer hervorzuheben".

Die Gefässe haben zum Teil keine Henkel; man findetvielmehrKnäufe oder wagerechte und nicht selten auch senk-rechte, erhabene, manchmal horizontale, wellenförmig ge-schwungene Leisten". Die aber auch häufig vorkommendenHenkel sitzen nahe dem oberen Rande entweder vereinzeltoder in grösserer Zahl, wie Voss (a. a. 0. S. 26) beobachtethat, nie zu zweien. Der untere Teil der Henkel spaltet sich nichtselten in zwei oder drei Arme und ist von Knäufen umgeben.

Die Ornameutation ist eine reiche lineare: vierarmigeHakenkreuze, Flechtmuster, Stufen- oder Treppenornamente,Mäander in verschiedenen Abänderungen, wagerechte Punkt-reihen, Sparrenornamente, Zickzackbänder, Rabatten und Kelch-blätterornamente. Die einzelnen Ornamentteile sind vertieft,zum Teil glatt gezogen, zum Teil eingeritzt, zum Teil einge-furcht oder gepunkte, mit stempeiförmig gekerbten Stäbchenoder mit bogenförmig abgerundeten Hachen Holz- oder Knochen-platten eingedrückt. Die Verteilung scldiesst sich durchaussinnvoll an die ein- oder ausladenden Gefässtcile an.

2. Taf. XIX, Fig. 9, Krüge, ebenfalls einhenklig undmit hochangelcgtem Bauch, aber mit engerer Mündung undvon schlankeren Verhältnissen als die Gefässe der vorigenArt. Sie nähern sich in der Form den Taf. XIX, 2 be-sprochenen. Henkel, Technik und Ornameutation sind wiebei 1 näher beschrieben wurde.

3. Taf. XIX, Fig. 1011, Ungehenkelte, vasen-förmige Gefässe, kräftiger gegliedert und schwungvollerprofilirt als die vorigen. Sie erinnern wie Fig. 11 zeigt,manchmal an den auf Taf. IX, 1 abgebildeten Cylindertopf dervorigen Abteilung, zum Teil nähern sie sich den mehr eckigausgebauchten Gefässen der spätrömischen Germanengräber,wie Fig. 10 zeigt. Technik und Omamentation stimmen mitder unter Taf. XIX, 8 beschriebenen überein.

4. Taf. XIX, Fig. 12, schlanke flaschenförniigeVasen. In der Technik und Ornamentation mit Taf. XIX, 8übereinstimmend.