— Avas mir am wahrscheinlichsten schien — blosse Urnen-felder anzunehmen sind, wie dies für Germanengräber dieserZeit, welche in der norddeutschen Tiefebene gefundenwerden, feststeht, lässt sich noch nicht mit Sicherheit be-stimmen. Die Thongefässe, welche in solchen Gräbern gefundenwerden und deren besonders das Düsseldorfer HistorischeMuseum und das Bonner Provinzialmuseum eine statlicheReihe aufzuweisen haben, tragen nur selten Verzierungen; kommensolche vor, dann sind es gewöhnlich nur durchaus lineareTypen: lange eingeritzte Linien, die in der Regel im Zickzackneben einander stehen und den ganzen oberen Teil der Ge-fässe bedecken, Avie Taf. XIX, 2 zeigt. Sehr selten sind die■durch eingedrückte Kreise gebildeten Ornamente, Avie Taf. XIX, 3zeigt. Ebenso gehören zu den Ausnahmen leichte tupfenartigeEindrücke, Avelehe auf den oberen Rändern der Gefässe ange-bracht sind und Nageleindrücke, die Avie Nachklänge derTaf. IV abgebildeten Ornamente erscheinen, falls sie nicht,Avas ja auch möglich ist, einfach als eine primitive Kunst-äusserung aufzufassen sind, die sich bei allen auf niedrigerCulturstufe bewegenden Völkern finden kann ohne gegenseitigeBeeintlussung. Zu dieser Art von Ornamenten gehören auchaufgelegte und an den Seiten ausgeglättete, oben aber scharf-kantig gehaltene Thonstreifen, mit denen ein germanischesGefäss des Düsseldorfer bist. Museums ganz bedeckt ist.Diese DekorationsAveise erinnert ganz an die Taf. IV, 7 wieder-gebene und macht Avie auch die Technik und der ganzeFormen- und Ornamentenschatz der germanischen Gefässe denEindruck, als seien diese Thonarbeiten gewisse Reminiscenzeneiner Urheimat, in der Kelten und Germanen zusammen Avohnten.Es kann also sein, dass die Cultur der Germanen, als sie denRhein zuerst besetzten und die vorher da ansässigen Keltenverdrängten (vgl. Tacitus, Germania c. 2 u. 28) der ursprüng-lichsten keltischen Cultur entsprach, Avelehe wir vielleicht inder S. 32—38 geschilderten des Anfangs älterer BronzezeitAviederfmden. Wohl zu beachten ist dabei freilich, dass un-geachtet der germanischen Besitzergreifung keltischer Gebietedaselbst keltische Namen sich erhalten haben, die aber
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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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