nicht mit Abbildungen versehen. Aber das von Hettner gegebeneAllgemeine stimmt in allen Teilen mit meinen hier und durch diechronologische Aufstellung der Keramik des Bonner Prov.-Museumsgegebenen, auf Autopsie gegründeten Beobachtungen überein. Eskann deshalb mit zur weiteren Begründung des in dem römischenTeile dieser Arbeit Gesagten dienen. Mit Recht hebt auch Hettnerin seiner Einleitung hervor, eine geschichtliche Darstellung der rö-mischen Keramik mit genügenden Abbildungen versehen sei einesder dringendsten Bedürfnisse der römischen Archäologie. Ich hoffe,dass diese Arbeit jenem Bedürfnisse entspricht und nach Möglichkeitdem berechtigten Verlangen des Herrn Professors Hettner Rech-nung tragen wird.
B. Die germanischen Gefässe römischer Zeit.
Wir wissen historisch, dass in der ersten römischenKaiserzeit auf der rechten Seite des Niederrheins Germanenwohnten. Die Gräber dieser Zeitperiode, welche in dem da-mals von Germanen eingenommenen .Flachlande gefundenwerden und in die Zeit der Herrschaft freier Germanen ge-hören, zeigen eine eigenartige Cultur. Sie hat in den An-fängen, welche in die sogenannte La Tene-Zeit fallen, mehrden Charakter einer Stein- als einer Metallzeit und zeigtmanch' Gemeinsames mit den Culturerscheinungen des An-fanges der von mir S. 32—38 beschriebenen Bronzezeit. Aberschon in der ersten Kaiserzeit machen sieh Einflüsse der da-mals den keltischen und anderen nichtgermanischen Völker-schaften geläufigen La Tene-Cultur geltend. In der mittlerenrömischen Kaiserzeit nimmt die Umgestaltung germanischerKeramik durch die La Tenc-Einflüsse einen höchst eigenartigen,künstlerisch bedeutsamen Ausdruck an und geht dann all-mählich jener Culturerscheinung entgegen, die wir durch denInhalt der merovingisch-fränkiselien Skeletgräber kennen. DieEntwicklungsreihe der germanischen Gefässe lässt drei Gruppenunterscheiden: