Zeit der Römerherrschaft finden sich diese schlanken Becher-formen in gelbrötlicher Farbe ohne farbigen Ueberzug. UeberSigillata-Becher dieser Art vgl. folgendes Kapitel.
4. Taf. XVIII, Fig. 14—25, Sigillata-Gefässe, sindin folgende Arten einzuteilen:
a. Sigillata-Doppelhenkelvasen, Taf. XVIII, 14,haben eine gelbrote Farbe und glatte Wände. Die Verzie-rungen sind reliefartig mit weisser Farbe aufgetragen. DasMainzer Centraimuseum und das Altertumsmuseum in Wiesbadenbesitzen einige schöne Exemplare dieser seltenen Gefässe,welche den Stil der älteren Sorte spätrömischer Keramiktragen.
b. Sigillata-Vasen ohne Henkel, Taf.XVIII, 15—16,sind ebenfalls gelbrot und mit Barbotine-Schmuck versehen.Einige haben ausserdem mit weisser Farbe aufgetrageneSchriftzeichen. Derartige Vasen finden sich auch ohne Orna-mentation. Alle von mir beobachteten sind in spätrömischenGräbern angetroffen worden; wenn auch in den älteren dieserZeit. Die Zeit um Constantin I. ist für diese Art von Ge-fässen wohl als Entstehungsepoche anzusehen.
c. S i g i 11 a t a - K r Ii g e m i t B a r b o t i n e-S c h in u c k,Taf. XVIII, 17 u. 18, tragen denselben Stil wie die bei b be-schriebenen Vasen. Die Epheuranken sind dick aufgetragen.Auch finden sich glatte Krüge ähnlicher Form.
d. Sigillata-Kumpen, Taf. XVIII, 19 — 20. Vondiesen zeigt Fig. 19 die Ausartung der bei Taf. XVI, Fig. 24beschriebenen Sigillata-Kumpen. Die Farbe der Sigillata istim Allgemeinen etwas heller; die Innenseite ist glatt und ohneStempel. Die Ornamente sind Reihen eingedrückter Eierstäbe,in Quadraten verteilte, schräg gestellte Linien, auch wohl vierbis neun in kleinen Quadraten verteilte kleine Kugeln oderKreise. Ferner finden sich astronomische Zeichen dieser Art(siehe Bonner Jahrb. V, 172), aber alles hat einen mehr oderweniger linearen Charakter. Jene noch in Gräbern und Cultur-scbicliten der mittleren Kaiserzeit vorkommenden Reliefver-zierungen aus dem Menschen-, Tier- und Fflanzenleben habeich bisher in nachweislichen Gräberfeldern der spätrömischen