Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
107
Einzelbild herunterladen
 

107

"Verstorbenen bergen oder als grössere Gefässe in das Skelet-grab gestellt wurden. Sie haben ziemlich dicke, gelbliche,oft mehr oder weniger graue, oder in das Violettgraue über-gehende, rauhe oder etwas gekörnte glatte Wände, die in derRegel hart gebacken sind. Die oberen Ränder sind gewöhnlichaus einer Doppelleiste zusammengesetzt, wie Fig. 12a zeigen.Eigentümlich sind die letzten Bildungen der sogenannten Ge-sichtsurnen, wie Fig. 3 erkennen lässt, deren ältere Form wirbereits Taf. XII, 6 kennen lernten. Gewöhnlich sind nur Xaseund Augen roh aufgetragen. Der Mund, sowie die Falten derMundwinkel und die Augenbrauen sind eingeschnitten. Diejüngsten, gewöhnlich recht hart gebackenen und sehr rauh-wandigen Gesichtsurnen zeigen gewöhnlich sogar die Augen nurroh eingeritzt.

1). Henkeltöpfe, Taf. XVII, 45, sind gewöhnlichhart gebacken und rauhwandig, oft sogar schief geformt. DieTaf. XV, 4 vorgeführten älteren Gefässe derselben Art sindregelmässiger geformt und nicht so hart gebacken. Fig. 5ist leicht mit gleichartigen der mittleren Kaiserzeit zu ver-wechseln (vgl. Taf. XV, 3).

c. Kumpen, Taf. XVII, 6 kommen in spätrömischenGräbern häufig vor. Sie sind augenscheinlich hervorgegangenaus der Kumpenform Taf. IX, 3, welcher in der mittlerenKaiserzeit die Form Taf. XV, 8 folgte. Die spätrömischenKumpen sind gewöhnlich rauhwandiger und härter gebackenals die älteren, auch in der Gestalt etwas roher.

d. Teller, Taf. XVII, 7, lassen sieh nur durch dierohere Technik, durch die härter gebackenen Wände und dieetwas schrägere Abglättung des oberen Randes von den gleich-artigen der mittleren Kaiserzeit unterscheiden. Diese Gefässesind unten nie abgedreht. Manche sind von denjenigen dermittleren Kaiserzeit nicht zu unterscheiden.

e. Kr ii g e u n d K a n neu, T a f. XVII, 811, habenwieder rohe, hart gebackene rauhe Wände von schmutziggrauer oder rotbrauner Farbe; sie fanden sich in allen spät-römischen Kulturschichten und Gräbern; fehlen aber unterrömischen Ueberresten früherer Zeit.