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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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III. Die Gefässe der späteren römischen Kaiserzeit.

Bereits in der Einleitung zur Besprechung von Gefässender ersten römischen Kaiserzeit (S. 68) habe ich auf das Schöneund Gesunde der Formgebung frührömischer Gefässe hinge-wiesen, das sich nach der praktischen Bestimmung des Ge-lasses und nach der entsprechenden Zweckmässigkeit dereinzelnen Teile richtet. In der mittleren römischen Kaiserzeitfehlt das architektonisch strenge Element; Alles neigt sichnach malerisch abgerundeter Formgebung und während dieDekoration frührömischer Gefässe zwei wesentlich verschiedeneRichtungen äussert, nämlich eine auf einheimischer, vorrümi-scher Tradition beruhende rein lineare, und eine neben dieservorkommende italische, welche ihre Vorbilder dem Tier- oderPflanzenreiche entnommen hat oder beide zugleich mit einanderverbindet, finden wir bei der Keramik mittlerer Kaiserzeit daseinheimische Element aufgegeben und jene italische Richtungerscheint in etwas roherem Ausdruck. Das in der mittlerenKaiserzeit auftretende Streben , lediglich durch zierlicheLinienführung und Farbenwirkung zu imponiren, artet in derspätrömischen Zeit aus und verrohert sich, ebenso wie auchdie Technik der Fabrikation. Es treten wieder Gurtbändermit eingedrückten Strichverzierungen auf und die zuerst nochmit dicker Farbe aufgetragenen Weintrauben-Ranken werdenbald zu unverstandenen Linien und Sclmörkeleien, bis endlichnur leicht aufgemalte Linien und Punkte übrig bleiben. Esfehlen die Fabrikmarken der Gefässbildner, kurz: in Allemzeigt sich der Ausdruck einer dem Erlöschen nahen, ehemalshell leuchtenden Kunstflamme, die nur in dem einen oderanderen Erzeugnisse noch einmal in altem Glänze aufflackert.Es lassen sich im allgemeinen folgende vier Gruppen und derenArten unterscheiden:

1. Taf. XVII, Fig. 111, Rauhwandige Gefässe,.sind in 5 Arten einzuteilen:

a. Urnenförmige Gefässe, Taf. XVII, 1 3, sinddie auf den Gräberfeldern der Constantinen- und der Folgezeitwiederholt zu Tage geförderten Töpfe, welche die Asche des

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