a. S i g i 11 a t a - K u m p e n mit Reliefsch m nck,Taf. XVI, 22, haben demselben Zweck gedient, wie dieTaf. XIII, Fig. 8 abgebildete. Ich habe bereits bei derenBesprechung gezeigt, wie sich die ursprünglich dünnwandigeund mit schönen Profilen, aber ohne Eierstab ausgestatteteGefässwand allmählich vereinfacht hat, oder, sagen wir besser:wie sie roher und roher geworden ist, wie dann bei Taf. XIII, 8der Eierstab auftritt, wie beide Arten, die besseren und dieroheren, neben einander vorkommen, bis endlich die dünn-wandige schöne Terra sigillata Taf. XIII, 6 durch dieTaf. XIII, 8 dargestellte rohere verdrängt wurde. In denAntoninen-Gräberfeldern fehlt die mit feinem Reliefsehmuckund nicht mit Eierstab versehene dünnwandige Terra sigillatavöllig, und die in der Flavier-Zeit neben dieser noch vor-kommende einfache mit Eierstab wird roher. I)ic Wändeder oft auffallend umfangreichen Geschirre sind dick. ImInnern der Schale fehlt jede Spur von Hohlkehle oder Stabund auf der Aussenseitc sieht 'man unter dem jetzt wulstigflach abgerundeten, breiten Stab eine breite, nur wenig ge-wölbte glatte Fläche, die unten von einer ungleichmässig ge-zogenen Furche begrenzt wird. Dieser folgt der rohe, oftohne Zwischenstäbe gebildete Eierstab. Die unterhalb desselbengebildete Ornamentik ist roh. Wir sehen vereinzelte mytho-logische Figuren oder barbarisch gestaltete Tiere und Menschen,die oft wie in der Luft und ohne Zusammenhang über- unduntereinander eilen, unterbrochen von einzelnen Blättern,Palmen, Stäben, Sternen, Kränzen und dergleichen. Untenwerden sie vielfach nur durch eine Furche begrenzt, der danneine glatte Fläche, und schliesslich der rohe Fuss folgt. Wannman aufgehört hat, diese Reliefschüsseln zu bilden, derengänzlicher Verfall sich bereits in der mittleren Zeit der Römer-herrschaft zeigt, weiss ich noch nicht, aber sicher ist, dassbisher in den zahlreichen von mir aufgedeckten und beob-achteten rheinischen Gräberfeldern der Constantinen- und derspäteren Zeit kein Sigillata-Gefäss mit Reliefschmuck ange-troffen wurde. Zu beachten ist noch, das die Stempel in derInnenseite dieser Kumpen gewöhnlich fehlen. Es sind aber
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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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