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•Gefässkunde müssen, bevor wir uns am Rhein weiter vertiefenkönnen, ihrer Entwicklung nach auch in ihren einfachen Er-zeugnissen bekannt gemacht werden.
4. Taf. XYI, 17 — 21. Grüne glasirte Gefässehaben wir bereits S. 95 bei Nr. 13 der Gefässe erster Kaiserzeitkennen gelernt. Die älteste der bei derartigen Gefässen an-getroffenen Münzen ist die bei der Trierer Henkelkanne ge-fundene von Hadrian. Damals scheint die grüne glasirteFarbe die gelbe, vorher übliche, verdrängt zu haben. Immer-bin sind auch die grünen glasirten Gefässe sehr seltene, aufden Gräberfeldern der Antoninen-Zeit vorgefundene Gefässe.Dieselben haben eine weisse Farbe und sind mit einer grünen,dick glasirten Farbe überzogen. Die Farbe des Ueberzugs-ist stellenweise bräunlich in das Schwarze übergebend undgetupft. Diese Art von Gefässen ist technisch nicht zuunterscheiden von der mittelalterlichen glasirten Waare, wiesie besonders bei den bekannten spätgotkischen und Renaissance-Kacheln Verwendung fand. Auch sind schon — freilich bisjetzt nicht von wissenschaftlich prüfenden Leuten — Töpfeähnlich Taf. XV, Fig. 4 als Fundstücke aus Antoninen-Gräber-feldern eingeliefert worden, die im Innern gelblich wie unsereheutigen irdenen Geschirre glasirt waren, und in ihrer ganzenErscheinung so sehr der glasirten irdenen Waare des 17. und18. Jahrhunderts gleichen, dass ich nicht unterscheiden kann,ob wir es wirklich mit römischer Waare zu tliun haben, odermit moderner, die durch irgend einen Zufall in die Gräberfeldergelangte und hier von den einer archäologischen Prüfung fernstehenden Arbeitern nicht getrennt wurde. EigentümlicherWeise zeigt das Neusser Gefäss Fig. 17 als Schmuck reliefartig-aufgetragene Ranken und feine Stäbe, während Fig. 18, eben-falls aus Neuss, offenbar Imitation einer Metallschale ist.Höchst interessant erscheint der mit Gladiatoren-Reliefdar-stellungen geschmückte Becher Fig. 19.
5. Taf. XVI, Fig. 22—31. Sigillata-Gefässe. Die-selben sind in der Technik sämtlich gleichartig. Unter denGestaltungen der Sigillata-Gefässe der mittleren Kaiserzeitlassen sich folgende Arten unterscheiden: