— 91 —
am Rhein vorkommenden Sigillata-Tellevn die dünnwandigsten.In dem Mittelpunkt der oberen Innenseite ist der schöne,deutliche, in der Regel von einem gestrichelten Bande odervon Kreislinien umgebene Stempel angebracht. Es finden sichNamen, die auch in Italien vorkommen, während die bar-barischen Namen seltener erscheinen. Als Standfläche dientein hoher, schmaler Ring, der auf der Aussenseite gewöhnlichzwei, auf der Innenseite nur eine Fläche zeigt. Wie in allendiesen Punkten weichen diese Teller noch darin von denTellern der La Tene-Zeit und den mit diesen übereinstimmen-den Sigillata-Tellcrn ab, dass die untere Seite, wie die obere,spiegelglatt und ohne Spur von Zuhülfenalnne der Drehscheibeist. Nur in der Mitte, auf der horizontalen Fläche zwischendem Standringe sieht man manchmal scharfe Krätze, welcheden Lauf der Drehscheibe bezeichnen. Der Import dieserArt von samischen Gefässen darf als sicher angesehen werden.Es finden sich dieselben auch in weiter Verbreitung in allenTeilen des römischen Reiches. Hier am Rhein erscheinen siezuerst mit Münzen des Augustus und Tiberius. Bereits unterClaudius scheint diese Gefässart der nachfolgenden (vgl. Ii)den Platz eingeräumt zu haben, zu welcher sie auch in derForm allmählich übergeht. In einzelnen Fällen haben der-artige Teller aufgelegte brilleuartige Reliefbänder, welche dielangen Hohlkehlen und Stäbchen der Seitenwand dieser Gefässeunterbrechen.
h. Hartgebackene hellbraunrote Terra sigillata-Tellcr mit reich profilirter Wandung, Taf. XIV, 3,gleichen durch Technik und Profil der bei g beschriebenen Art;sie sind jedoch härter gebacken und in der Regel sehrglänzend und scharfrandig. Es haben einige dieser Schaleneinen horizontalen Boden, aber in den meisten Fällen steigtdie Mitte der unteren Bodenseitc hohl nach oben; in derMitte der erhöhten Innenseite findet sich der gewöhnlich voneinem scharf eingepressten Strichband eingefasste Stempel.Die Seitenwand ist in der Regel etwas schräg gerichtet undreich durch Hohlkehlen und Stäbchen gegliedert. In der Regelist in der Mitte der Aussenseite eine flache Hohlkehle, welche