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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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solcher Waare zu der vorrömischen nachweisen. Wir habenes liier zweifellos mit importirten Gefässen zu tliun. Es sinddie in Rom zuerst zu gottesdienstlichen Zwecken und gegenEnde der Republik als vorzügliches Tafelgeschirr, sowie zuanderen häuslichen Zwecken benutzten samischen Gefässe(vgl. Dr. F. Keller, Die rote römische Töpfer-Waare. Heidel-berg 1876). Ich habe die letzteren nur mit Münzen vom Tiberiusbis Domitian gefunden. Besonders häufig traf ich Scherbendieser Waare in den Brandschichten des älteren, im J. 70verbrannten Legionslagers von Novaesium.

d. Sigillata-Kumpen mit Eierstab, Taf. XIII, 8,welche zuerst um die Mitte des ersten Jahrhunderts nebender Lei c beschriebenen Waare auftreten, die letztere dannverdrängen und sich bis um den Scliluss der Flavierzcit er-hielten, scheinen, soweit ich sehe, noch in den Brandschichtendes im J. 70 verbrannten Neusser-Legionslagers zu fehlen, aberbereits in dem J. 79 verschütteten Pompeji vorzukommen.Die Technik in Verbindung mit der künstlerischen Vollendungdieser Arbeiten ist bereits im Rückschritt begriffen. DieWände werden etwas dicker, die Farbe erscheint wenig blasseroder wenigstens nicht so vornehm rein im Thon wie die derGefässe Taf. XIII, 6; der Ueberzug haftet oft nicht so fest.Die edele Ein- und Ausladung der einzelnen Gefässteile ver-schwindet; es fehlen auf der Innenseite des Gefässes die feinenAbsätze, Linien, Hohlkehlen u. s. w., welche bei der altenWaare bestimmt waren, die grosse nackte Fläche zu unter-brechen; es verschwindet die zarte Strichelung des nunmehrflach absteigenden oberen Teiles. Die Breite des oberstenGefässgliedes ist zwar noch dieselbe wie bei Taf. XIII, 6 u. 7,aber hier erscheint jetzt zum ersten Male oberhalb des Kugel-bandes ein Eierstab. Auch hat die Ornamentik nicht ganzdie Schärfe aufzuweisen, der wir bei Taf. XIII, 6 u. 7 be-gegnen , und das Sinnvolle ihrer Anordnung, das frischSprudelnde ihrer Linienführung hat bereits etwas eingebüsst.Ungeachtet dessen ist der Verfall nicht so klar ausgesprochen,wie das bei der in der mittleren Zeit der Römerherrschaftam Rhein auftretenden gleichartigen Waare der Fall ist.