Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

strenge Formen sind von den malerisch kranken der späterenZeit leicht zu unterscheiden. Der Krug mit langem, cylindri-schen Halse, von dem der kuglig oder birnförmig gestalteteBauch plötzlich ausgeht Taf. XI, 25 u. 26, erscheint als itali-sches Fabrikat schon unter Augustus und erhält sich bis umdie Zeit Trajans, dann finden wir in den Gräbern der Antonineund späteren Zeit der Römerherrschaft ausnahmslos die Taf. XV,Fig. 15 näher bezeichneten Krüge, bei denen der Hals allmählichzur birnförmigen Bauchung übergeht.

d. Kleine Kännchen, Taf. XI, 2728 finden sichin mannigfachster Form und in der bei b beschriebenenTechnik. Fig. 27 wurde in den Andernacher Gräbern miteiner Münze des Augustus gefunden, die unter Tiber ins ge-prägt ist (Divus Augustus); es erschien in einem anderenAndernacher Grabe mit einer gestempelten Münze des Tiberius.

e. Flaschen, Taf. XI, 29 haben glatte Wände inder Regel von mehr rötlich-gelber Farbe. Sie fanden sich infrührömischen Andernacher Gräbern. Im Dorfe Münden heiGarden an der Mosel wurden sie in Gräbern mit schwarzenGefässen wie Taf. IX, 17 und den papierdünnen schwarzenTaf. IX, 14 zusammen in Gräbern gefunden, die Münzen von Clau-dius und Nero bargen. Es kommen auch mannigfache Formenkleinerer Fläschchen vor, die man vielleicht als Imitation vonGlasfläschchen ansehen darf.

f. Kleine Töpfchen, Taf. XI, 30, manchmal etwasrot und weiss, wurden in Andernacher Gräbern zusammenmit einer frührömischen schwarzen Flasche wie Taf. IX, 16gefunden; aber es scheint sich dieselbe und eine ähnlicheForm noch bis zur fränkischen Zeit erhalten zu haben.

9. Taf. XII, 111. Rauhwandige G e f ä s s e römi-scher Technik, sind in fünf Arten einzuteilen:

a. Rauhwandige Urnen mit Schrägrand, wieTaf. XII, 1 sind sehr dünn und sauber hergestellt, aber unten nichtabgedreht, sondern nur abgestrichen. Der Schrägrand erinnertnoch an den der schlanken Töpfe X, 811. Die Farbe istverschieden, in vorliegendem Falle blaugrau. XII, 1 wurde ineinem Andernacher Grabe gefunden mit zahlreichen frührömi-