— 81 —
Taf. XI, 14 gleichen und mit rot bemalten Reliefranken ge-schmückt sind. Ueber die Zeitstellung habe ich noch keineSicherheit. Es kann sein, dass sie in der Flavierzeit herge-stellt worden sind; spätrömisch sind sie jedenfalls nicht.
8. Taf. XI, Fig. 19—27. Einfarbige weisseThongefässe, werden in sechs Arten eingeteilt:
a. Urnenförmige Töpfe, Taf. XI, 19. Dieselbensind nur durch einige konzentrische Gurtfurchen verziert, habenoben glatten Rand und eine unten abgeschnittene Bodenplatte.Sie werden in der Regel als Graburne benutzt, wenn auchweniger in dem Gebiete der keltischen Volksstämme oder derstark keltisirten germanischen, wo die schlanken Schrägwand-töpfe, Taf. X, 8—11 vorherrschen, sondern in dem rein ger-manischen Bezirke am Niederrhein; das lassen am deutlichstendie von Fiedler und Ho üben veröffentlichten Xantener Urnenerkennen. Erst in der Zeit der Antonine oder in der desUeberganges von der Flavier- zu der Antoninen-Epoche er-scheint der stark profilirte obere Rand. Einige dieser urnen-förmigen Töpfe sind oben mit einem fast vierkantigen Stabversehen und haben an jeder Seite ein kleines Henkelehen,wie Taf. XI, 20 zeigt; manche tragen auch einen Henkel wieTaf. XI, 19. Ich fand diese Gefässart in einem Grabe mitGefässen und einer Münze aus der Zeit des Caligula.
b. Glatte Amphoren, Taf. XI, 22—24. Dieselbensind von weisser oder gelblicher, auch wohl mehr oder wenigerrötlicher Farbe; sie haben glatte, manchmal geradezu spiegel-glatte Wände. Die Formen sind äusserst elegant. Je nachder Schärfe des oberen Randes und der Linienführung lassensich die der ersten Kaiserzeit entstammenden leicht von denspäteren trennen; die älteren sind auch alle unten abgedreht.So wurde der Krug Taf. XI, 22 mit einer Münze der ClaudiaAugusta gefunden; auch die Amphora Fig. 23 und die beiFig. 24 abgebildete wurde in Andernacher Gräbern der erstenKaiserzeit gefunden.
c. H e n k e 1 k r Ii g e, Taf. XI, 25 u. 26, aus der Zeit vorTrajan sind auf das Sauberste durchgebildet. Besonders fälltdie Formgebung, welche das Breite liebt, auf. Solche gesunde
Koenen, Gefässkunde. 6