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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
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oder mehr oder weniger rotbraunen, spiegelglatten Gefässendieser Form. Daneben findet man Verzierungen aus Gurtbän-dern scharf eingedrückter keilförmiger Grübchen, wie Taf. X,4a vorführt. Die ersten halbgebackenen Gefässe dieser Artfand ich mit Münzen von Augustus. Sie werden ebenso mitMünzen von Tiberius und Caligula angetroffen, ebenfalls dievorbeschriebenen sämtlichen Ornamentmotive. Aber Fig. 10zeigt, welcher stilistischen Umwandlung die schlanken blauenTöpfe unterworfen wurden.

Der spätere Zeitcharakter ist durch das mehr seitlichAusgebauchte des Topfes Taf. X, 11 im Vergleich zu demTaf. X, 8 ausgesprochen. Auch sind die Wände bei diesenGefässen in ihrem oberen Teile etwas geschwärzt, in ihremunteren hingegen blau. Die Oberfläche ist besonders glänzend.Die Ornamentation führt zwar noch dieselben Motive vor wie9 a, allein die Einzelheiten sind unregelmässiger. In Ander-nacher Gräbern fand sich diese Topfart mit einer Münze vonNero, sie zeigt einen unverkennbaren Uebergang zu dem gleich-zeitigen, mit Barbotine verzierten Topfe Taf. X, 22. Damalsscheint diese letztere Form die erstere verdrängt zu haben;wenigstens habe ich in sorgfältig untersuchten späteren Gräberndiese Typen nicht mehr, oder nur ausnahmsweise angetroffen.Dabei bleibt freilich zu berücksichtigen, dass im Trierer Provinzial-Museum ein Kindergrab ausgestellt ist, welches diese Urnenformmit dem Ornament Taf. X, 8a geschmückt zeigt; es ist miteiner Münze von Hadrian zusammen gefunden. Im Frank-furter Altertums-Museum birgt ein Gefäss dieser Art eine MünzeTrojans. Aber es wurde schon im J. 1820 in Praunheimgefunden. Dass einzelne solcher Gefässe auch in Heddern-heim, in Wiesbaden und der Saalburg angetroffen wurden,befremdet historisch ebensowenig, wie die dort vorgefundenenMünzen von Augustus und seiner Nachfolger. Mit dem unter11831185 im Saalburg-Museum ausgestellten Topfe genann-ter Art ist auch eine weitbauchige schwarze Urne wie Taf. IX, 17zeigt, ausgestellt, aber auch diese Urnenform wurde nirgendwo inden zahlreich von mir untersuchten nachflavischen Gräbern undCulturschichten vorgefunden, zahlreich hingegen in den älteren.