Unter den späteren La Tenc-Gefässc lassen sich imAllgemeinen folgende acht Gestalten unterscheiden:
1. Schlanke Töpfe, Taf. VIII, Fig. 1—2. Dieselbenhaben dünnere Wände, die recht sauber geglättet sind undbei Fig. 1 eine schwarzbraune Farbe haben. Die Farbeder zweifellos vermittelst einer Form oder Drehscheibe fertiggestellten Gefässe wurde offenbar durch Dämpfung bewirkt.Die Verzierungen der beiden vorbeschriebenen Gefässe sinddurch Einritzen erzielt worden. Die mit diesen Gefässen zu-sammen gefundene Fibel ist nach dem Tischler'sehenSystem aus der mittleren La Tene-Zeit.
2. Näpfe, Taf. VIII, Fig. 3—8. Sie sind von cho-koladenfarbigem Aeussern und haben eine glatte Oberfläche.Die Verzierungen sind vermittelst eines Stäbchens eingestrichenoder wie bei Fig. 8 eingedrückt.
3. Flaschenförmige Gefässe, Taf. VIII, Fig. 9.Solche haben die vorbeschriebene einheimische Technik. Manwürde derartige, hätte man nur die Umrisse zu beurteilen,als augusteisch betrachten, aber der Brand dieser römischenGefässe ist ein stärkerer. Jedenfalls aber bildet jene Formeinen Uebergang zu den gleichen Formen hartgebackener Thon-gefässe der ersten Kaiserzeit. In Italien kommen diese Gefässenicht vor.
4. Kelchgefässe, Taf. VIII, Fig. 10. Auf beidenRheinseiten finden sich solche Gefässe, aber in der vorrömi-sehen Zeit nur am Mittelrheine wo Kelten wohnten, nicht indem rein germanischen Gebiete des Niederrheins, wo die LaTene-Gefässe überhaupt fehlen. Erst aus Gräbern der mittle-ren Kaiserzeit sind dort ähnliche Kelchgefässe bekannt gewor-den. Auf dem Heppenheimer Gräberfelde, welches das abgebil-dete Kelchgefäss barg, wurden Gewandnadeln der mittlerenund solche der späteren La Tene-Zeit gefunden, dann auchein Eisenschwert der mittleren La Tene-Zeit. Derartige, aberhärter gehackenc Gefässe finden sich noch in den augusteischenGräbern römischer Gräberfelder Galliens.
5. Becher, Taf. VIII, Fig. 11—13. Der BecherNr. 11, noch die einheimische chokoladenhraune Farbe und