— 61 —
von Herrn Wenn in Erpolzheim so trefflich geschildertenFundumständen nicht ersehen. Die Gefässe lagen zu dreien,welche die Schiisselform zeigen, mit Knochen gefüllt imInnern der grossen Urne, deren Höhe 34 cm und deren Durch-messer 26 cm beträgt. Die Gefässe haben unten eine kegel-förmige Vertiefung, daher Herr Wernz glaubt, man habesie auf einem Holz mit kegelförmiger Erhöhung aufgesetztund mit den Händen gedreht. Die Wände sind gleichmässig-diinn und der Thon lässt keine härteren Zusätze mit blossemAuge erkennen. Die Verzierungen bestehen aus parallelenFurchen. Eine der Graburnen zeigt drei von oben nach untenlaufende eingedrückte Wellenlinien. Auf der Aussenseite einesSchüsselchens befindet sich ein Stempel von der Form desgriechischen Ypsilons. Mehlis macht (a. a. 0. S. 100—102)auf die Analogie dieser Funde des Mittelrheins mit solchenNorddeutschlands aufmerksam. Ebensowenig lassen sich dieGräber von Geisenheim und Mölsheim, wie auch nicht dievon Heppenheim, welche im Römisch-germ. Centraimus. inMainz mit Fibeln der älteren und jüngeren La Tene-Zeit aus-gestellt sind, einer der Unterabteilungen der La Tene-Periode zu-sehreiben. Aber jedenfalls sind für die Spätperiode der LaTene-Zeit nach Tischler die Waffenfunde von Alesia, dieFunde von Nauheim und die des Hradiste von Stradonic inBöhmen charakteristisch. Auch im Rheinlande besitzen wireine grössere Anzahl bezeichnender Funde, welche diesePeriode klar stellen. Das reichste Material ist durch dievom Bonner Prov.-Museum vorgenommenen systematischen Aus-grabungen der frührömischen Gräberfelder von Andernachgewonnen worden (vgl. Thongefässe d. ersten röm. Kaiserzeit).Ueberall begegnen wir nur einer ununterbrochenen Fortent-wicklung der älteren La Tene-Typen. So hat auch die Fibeljetzt die hakenförmige Umbiegung fallen lassen und diesehat sich zu einem jene Umbiegung imitirenden, geschlossenenFuss gestaltet. Auch die Schwerter sind nicht neu, sondernnur vereinfacht, indem die Parierstange nicht mehr geschweift,sondern. gerade ist. Dem unteren Scheidenbeschlag fehlt jenespitzbogenartige Ausarbeitung; er endet unten breiter und in