Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
60
Einzelbild herunterladen
 

1») Gefässe der jüngeren La Töne-Zeit.

Nach den Untersuchungen Tischlers (a. a. 0.) istdie mittlere Periode La Teno besonders reich vertretenin der Station von La Töne, einem Pfahlbaudorf bei Marinam Neubörger See. Vou diesem hat bekanntlich die ganzeAbteilung ihren Namen erhalten. Aber sie scliliesst unmittel-bar an die vorige Periode an; es ist eine ununterbrocheneFortentwicklung derselben. Sie findet sich daher auch indemselben Bezirke. Im Norden reicht sie bis zur Weichsel.Was sie als mittlere von der früheren Periode unterscheidenlässt, sind, so weit ich sehen kann, weniger die Gefässe, esist vielmehr zunächst die Fibel. Während nämlich die dervorigen Abteilung ein Schlussstück hat, das hakenartig nachaufwärts gerichtet ist und frei endet, zeigt diese Fibel dasSchlussstück wohl auch hakenartig nach oben gerichtet, aberes ist hier mit dem Rücken der Nadel verbunden. Auch hatdas Schwert unten nicht mehr den durchbrochenen Beschlag,sondern dieser liegt dicht an. Dann hat es stets eine starkgeschweifte Parierstange. Durch den Umstand, dass die inden Museen befindlichen Gefässe, welche Gräberfeldern derLa Tene-Zeit entnommen sind, sowohl mit älteren als auchmit späteren La Töne-Fibeln zusammen gefunden worden, binich nicht in der Lage, Gefässformen anzugeben, welche nurder mittleren La Töne-Zeit eigentümlich sind. Man wird zubeachten haben, dass die im nachfolgendem Abschnitte zu be-handelnden Gefässe der späteren La Töne-Zeit sowohl in denFormen als auch in der Technik einen Übergang zu denälteren La Töne-Gefässen zeigen, weshalb die Thonarbeitender mittleren La Töne-Zeit in der Form und Technik wohlin der Mitte zwischen denjenigen der früheren und späterenZeit stehen dürften. Ob vielleicht die in dem Rheinlandemehrfach angetroffenen Gefässe der Art wie die eines Urnenfluides von Erpolzheim i. d. Pfalz (Mehlis, Studien z. ält. Gesch.d. Rheinl., 10. Abt., Leipzig 1888, S. 95), welche ich Taf. VIII,Fig. 1213 wiedergegeben habe, derartige mittlere Typenvergegenwärtigen, weiss ich nicht und lässt sich auch aus den