Druckschrift 
Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
Entstehung
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

resten der Übergangsperiode oder der ältesten Hallstattzeitzu tliun.

Ein Bild des Typus der Tbongefässe, welche diesen An-fängen der Hallstatt-Kultur entsprechen, erhalten wir durchdie Nauheimer Gefässe Taf. VI, Fig. 14, sowie durch dasim Bonner Prov.-Mus. befindliche Gefäss Taf. VI, Fig. 5, alsdessen Fundstelle die Gegend von Mainz angegeben ist. Essind dünnwandige Gefässe aus feinem kohlenhaltigen Thon;sie sind schwarz gebrannt und konnten, wie die Linienführungzeigt, nur vermittelst besonderer Formen, nicht durch die Dreh-scheibe hergestellt werden. In dem Nauheimer Grabe lagen fünfGefässe, welche VI, I entsprechen. Dieselben haben dreiregelmässig gestellte, fast halbkuglig gebildete Warzen, dievon flachen Hohlkehlen umgeben sind, während andere ihnen nachoben ausweichen. Nr. 2 ist die kleinere von zwei ähnlichenSchüsseln. Nr. 3 vertritt drei ähnliche Schüsseln. Fig. 4 istäusserst zierlich, auch sorgfältig ornamentirt und mit einemHenkelchen versehen; bezeichnend sind die nicht kreisförmigen,sondern nach dem Henkel aufbiegenden Hohlkehlen; diesesGefäss wiegt nur 91 Gramm! Als gemeinsamen Zug begegnenwir bei diesen Gefässen einer überaus scharfen Linienführungund einem schrägen, bis zu bedeutender Weite ausladendenoberen Rand. Die Frankfurter Gefässe zeigen denselben Typus.Sie sind, wie in d.Wd. Z." (a. a. 0.) angegeben ist,auseiner schwarzen Erde geformt, welche mit weissem Quarzsandegemischt und von aussen schwarz glänzend polirt ist". DieWände sind auffallend dünn, die Kreislinien auf das genauestegezogen. Das zierlichste der Frankfurter Gefässe ist, wiedas von mir Taf. VI, I abgebildete Nauheimer, am oberenBauchteile mit einem sehr feinen Stäbchen versehen, daswie ein gewundener oder zierlich gekerbter Draht behandeltist. Besonders zu beachten ist noch, dass die eingeritztenOrnamente vieler zu dieser Gruppe gehörender Gefässe mitweisser Masse ausgefüllt sind. Auch wurden Gefässe, wieNaue glaubt, zum ersten Mal mit Graphit bemalt und polirt.Diese mit Graphit-Malerei versehenen Gefässe wurden beiDresden in einem Gräberfelde gefunden, das Deichmüller