Megalithgrabbauten, aufeinander liegen, lassen sich vielleichtals Megalithgräber feststellen. Es wäre von der grössten Be-deutung für die Beantwortung der Frage, ob die Megalith-gräber mit vorbesprochener Keramik auch in einem Gebietevorkommen, in welchem die Bandkeramik angetroffen wird.Es kann sein, dass beide Kulturen nebeneinander zu gleicherZeit zum Ausdrucke gelangt sind. Es ist auch möglich, dassdie Megalithgräber-Keramik aus der Bandkeramik ähnlich her-vorgegangen ist, wie in der Schweiz die kugligen Gefässe derKupferzeit. Von diesen Gesichtspunkten aus wird die fernereUntersuchung zu leiten sein. Ich gebe auf Tat'. II unter Fig.1—7 eine Anzahl von Gefässen, welche die verschiedenenTypen von Thongefässen der megalithischen Denkmale ver-gegenwärtigen. Man kann im Allgemeinen folgende dreiArten unterscheiden:
a) Topfartige Gefässe mit oder ohne Henkel, zum Teilmit Ausguss versehen (Taf. II, 1, 3, 5, 8);
b) Kumpenartige Gefässe (Taf. II, Fig. 6 und 7);
c) Becher ( Taf. II, Fig. 2, 4).
Die Gefässe Fig. 1, 3 und 7 stammen aus der Gegendvon Osnabrück; Fig. 2 ist unweit Münster gefunden; Fig. 4zeigte sich in Klein-Persen; Fig. 5 wurde in der Umgegendvon Hildesheim zu Tage gefördert. Es sind diese Gefässebereits von Lindensch mit abgebildet worden. Die TöpfeTaf. II, Fig. 8 und 9 finden sich in dem Werke von Vossund Stimming, Vorgesch. Altert, d. M. Brandenb.; sie stam-men aus Klein-Kreutz, Kreis Westhavelland. Beide wurden zu-sammen mit Feuersteinwerkzeugen gefunden; ein der Fig. 9ähnliches fand sich in einer Steinkiste bei Königsberg.
Man könnte das flaschenförmige Gefäss Tafel II,Fig . 9, vielleicht als Repräsentant eines 4. Typus ansehen.Die Verzierungen der Brandenburger Gefässe sind wie dieder megalithischen Denkmale aus Linien zusammengestellt,die mit einem spitzigen Stäbchen eingestochen wurden; siebargen eine weisse Farbmasse (vergl. Tischler, Beitrag zurIvenntniss der Steinzeit in Ostpreussen. Königsberg 1883.