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Gefässkunde der vorrömischen, römischen und fränkischen Zeit in den Rheinlanden
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Hier liegt also eine treffliche Urkunde aus der Zeit vor, inwelcher sich der Rhein freilich noch immer nicht bis zu seinerheutigen Tiefe eingeschnitten hatte, sondern noch bis zu ca.19 m höher reichte, denn der höchste Wasserstand des Rheinswar in historischer Zeit der von 1784, welcher zu Andernach62,8 m über dem Amsterdamer Pegel und 11,11m über demNullpunkt des Local-Pegels zeigte (Festschrift d. 61. Vers. d.Naturforsch, und Aerzte, Köln 1888). Der die Fundstückeeinschliessende Boden ist kein Löss, wie der Boden, welcherdie diluviale Weidefauna des Neanderthalers bedeckte. Esfehlen auch die für jene Epoche charakteristischen Tierarten,nie Maminuth, Höhlenbär, Rhinoceros; ebenso fehlt freilichdas in späteren Funden auftretende Schwein. Bezeichnendsind vielmehr Remitier, Schneehuhn und Polarfuchs. Besondershäufig fanden sich Knochen vom Pferd. Die hier an dasLicht geschafften, zahlreichen, zumeist der Markgewinnungwegen geöffneten Tierknochen geben überhaupt ein vollstän-diges Bild der damaligen Fauna (vgl. SchaUffhausen inder Festschrift der XIX. allgemeinen Versammlung der deut-schen anthropologischen Gesellschaft, gewidmet von dein Vereinv. Altertumsfreunden im Rheinlande, Bonn 1888, S. 2731).Es wurden neben diesen Speiseresten die verschiedenen, auchder Station von la Madeleine in der Dordogne eigentümlichenFormen von Knochen- und Horngeräten gefunden. Geräte ausElfenbein, welche in jener Station gefunden wurden, fehlen inder Ansiedelung von Andernach. Mit Widerhaken verseheneHarpunen, aus Knochen geschnitzt, wurden gefunden, ebensoBohrer von Horn; durchbohrte Zähne dienten als Anhängsel.Bemerkenswert ist eine Nadel aus Bein, der ein dünner Röh-renknochen als Büchse dient. Überaus zahlreich fanden sichungeschliffene, nur durch einige geschickte Schläge vom rohenSteinkern abgeschälte Geräte aus oligozänem Quarzit, Horn-stein, Chalcedon und Kieselschiefer (a. a. 0. und v. Dechen,Erläuterungen zur geologischen Karte der Rheinprovinz undder Provinz Westfalen, II, Bonn 1884, S. 800). Es sind zumgrössten Teile weidenblattförmige Schaber, welche auf dereinwärts gebogenen Seite die glatte Bruchfläche, auf der etwas