Druckschrift 
6 (1865) (Loewenthal - Osorowski)
Entstehung
Seite
561
Einzelbild herunterladen
 

561

Ochsenstein, Oclissenstein, auch Freiherren (in Roth zwei sil-berne Querbalken). Reichsfreiherrnstand. Diplom von 1751 für Jo-hann Christian v. Ochsenstein, Herrn auf Pouch bei Bitterfeld und k.preuss. Oberamtmann zu Giebichenstein. Altes, ursprünglich elsassi-sches Adelsgeschlecht, aus welchem besonders zwei den Vornamen Jo-hannes führende Sprosseft bekannt wurden. Der Eine derselben, Jo-hannes v Ochsenstein, wurde 1307 von einigen Domherren zum Bi-schof zu Strassburg gewählt, musste aber, da bei Uneinigkeit des Dom-capitels noch drei Andere gewählt worden waren, zurückstehen, derAndere, weicherauch als Graf v. Ochsenstein aufgeführt wird, wurde1439 als Dompropst zu Strassburg zum Bischöfe gewählt, begab sichaber, an Händen und Füssen lahm, willig dieser Wahl. Der obengenannte Johann Christian Freih. v. Ochsenstein auf Pouch hatte sich1750 mit Henriette Wilhelmine Julie Grf. v. Solms-Lambach-Pouchvermählt, wurde aber 1764 von derselben wieder geschieden.

Hühner, Iiistor. I'olit. 1\ VIT. Gau/ie , IT. S. 81."». - N. Pr. A.-L. V. S. 317. Freih.v. Ledebur , II. S. 159 u. 360. Siehmacher . II. 28: F. II. u. Hrn v. 0. v. Med in g , III.S. 407: auch nach dem W.-B. des costnitzer Coucils.

Ochsenstein (Schild geviert: 1 u. 4 in Roth ein einwärtsgekehrter,aus einem silbernen Dreiberge aufwachsender, silberner Ochs und 2 u.3 in Blau ein einwärts schwimmender Fisch, über welchem ein sechs-strahliger, goldener Stern schwebt). Reichsadelsstand. Diplom um 1732für Johann Christoph Ochs, Doctor der Rechte, Schöffen der ReichsstadtFrankfurt a. M. u. s. w. mit dem Prädicate: v. Ochsenstein. Einfrüher zu dem frankfurter, jetzt zu dem Adel im Grossherz. Hessen zäh-lendes Geschlecht, nicht zu verwechseln mit der im vorstehenden Ar-tikel abgehandelten, alten, elsassischen Familie dieses Namens. Das-selbe stammt aller Wahrscheinlichkeit nach von der alten, bekannten,baseler Familie Ochs und der sichere, bekannte Stammvater desselben, 'Georg Ochs zu Duttlingen, gest. 1632, war herz, württemb. Forst-meister zu Freudenstadt. Aus seiner Ehe mit Catharina Keller ausBasel, welche 1642 zu Freudenstadt starb, stammten mehrere Kinderund unter diesen ein Sohn, Johann Ochs, geb. 1611, welcher sich 1637bei seiner Vermählung mit Elisabetha Bartels in Frankfurt a. M. an-sässig machte. Der jüngste Sohn des Letzteren aus zweiter Ehe mitRebecca Magdalena Sonnemann: Johann Christoph 0., s. oben, geb.1674 u. gest. 1747, studirte die Rechte, wurde 1704 zu Leiden Doctor,1704 Senator zu Frankfurt a. M., 1721 Schöffe und 1729 in Commis-sionssachen nach Wien gesendet, wo er bis 1732, nachdem er denReichsadel, wie angegeben, erhalten, verblieb. Von 1741 an bis zuseinem Tode bekleidete er die Stelle eines Stadtschultheisscn. SeinSohn, Heinrich Wilhelm v. 0., geb. 1702 u. gest. 1751, kam 1747 inden frankfurter Senat. Jetzt blüht die Familie noch im Grossherz.Hessen, wo 1857 Wolfgang Ludwig Christian Carl v. 0.. Hauptmann im4. Infant. -Regim. u. Carl v. 0. Ober-Appellations- und Cassationsge-richtsrath war.

Handschrift!. Notiz. N. gen. Ilandb., 1777, S. 303 u. 1778 S. 352 u. Nachtrag, S. 156. Frankfurter Bathsealender von 1733 bis 1751. Suppl. zu Siebm. W.-B. II. 19. Kneschke,IV. S. 316 u. 17.

Kneschke , Deutsch. Adels-Lex. VI. 36