Druckschrift 
3 (1842) I - O
Entstehung
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Ntilcncz

Nassau.

N a 1 c n c z, Herr von.

Im Jahre 1798 ernannte So. Majestät, der König-, einen polnischenEdelmann, Karl Antun v. Nalencz, Herrn auf Steklink in Neuost-preussen, zum Kammerherrn.

Nassau, die Grafen und Herren von.

Aus einem altadeligen Geschlechte in Brabant entsprossen, ka-men mehrere Edelleute dieses Nam6ns nach Schlesien, Ungarn undPolen. In Schlesien erwarb Christoph v. N. im Jahre 1000 den Kit-tersitz Hartmannsdorf bei Freystadt, welches auf diese Weise dasStammhaus der v. Nassau in Schlesien geworden ist. DieserChristoph v. N., ein Sohn des Adam v. N., der um das Jahr 1450seine Güter der Kriegsunruhen wegen verkaufte, sich nach Polenbegab, und dort in kümmerlichen und traurigen Umständen lebte,war in seiner Jugend Edelknabe am Hofe des Herzogs zu Krieg. Ermachte später grosse Reisen durch fast alle Länder Europa'», undwird von seinen Zeitgenossen als ein sehr gelehrter Mann geschildert.Er hiuterliess drei Söhne, von denen der ältere das Haus Hartmanns-dorf fortpflanzte, der zweite das Haus Nieder-Kottwitz im Sagan'-schen, und der dritte ebendaselbst das Haus Tscheplau gründete.Zuerst erlosch das Haus Nieder-Kottwitz, später sind auch die an-dern Güter in fremde Hände gekommen. Ein Enkel des oben er-wähnten Stammherrn, Christoph v. N., war der unten näher erwähnteChristoph Ernst, Graf v. N., der am 5. März 174Ö die gräflicheWürde auf sein Haus brachte. Dieses gräfliche Haus aber erloschim Jahre 1755 am 19. Novbr. wieder mit dem Erhobenen, da seineinziger Solln, Christoph Erdmann, Graf v. N., der als Hauptmannund Adjutant bei ihm angestellt war, 1751 kinderlos starb. Nicht hierher zu gehören scheint ein Graf v. Nassau, derim Jahre 1800 als Seconde-Lieutenant in dem Regimenle v. Kleist zuMagdeburg stand, und 1807 als Capitain dimittirt worden ist, wohlaber gehörte den schlesischen v. Nassau ein Capitain v. N. an, derim Jahre (80ö im Regimente Graf v. Wartensleben zu Erfurt stand,und ein Lieutenant v. N., ein Bruder des Vorigen, der im Jahre1818 als pensionirter Capitain des 21. Garnisonbataillons gestorbenist. In Neisse lebte um das Jahr 1820 noch eine verwittwete v.Monthach, die eine geborne v. N. war.

Das ursprüngliche Wappen der brabanter, und später schlesischenv. N. zeigt ein getheiltes Schild, in dessen blauem Obertheil eingleichsam zum Kampfe hervorspringender goldener Greif mit rothausgeschlagener Zunge, ausgebreiteten Flügeln, und von sich gewor-fenen Pratzen, in der Rechten eine schwarze Lilie haltend, vorge-stellt ist. In dem goldenen Untertheile des Schildes stehen dreischwarze Lilien, oben zwei, unten eine. Auf dem gekrönten Helmewiederholt sich der vordere Theil des Greifes. Die Helmdeckenschwarz und golden.

Wir fügen hier eine kurze Biographie des in den Grafenstanderhobenen Generallieutenants v. N. hinzu. Kr stammte aus demHause Hartmannsdorf, und begann, nachdem er seine Studien been-digt hatte, seine mititairische Laufbahn als Freiwilliger in der preuss.Armee. Nachdem er den Feldzügen in Flandern und Brabant beige-wohnt hatte, trat er in hessische Dienste, die er aber einesZweikampfes wegen mit kursächsischen vertauschte. Nach und nach