Milagslicim — Minckwitz.
411
Milagsheim, die Herren von.
Die v. Milagsheim stammen von August Milagins, welcher ans denfiirstl. anhaltschen Landen gebürtig, und von den Kaiser Leopold I. um d. J.I(j80 in den Adelstand erhoben worden war. Kr war Rath und Kanzler desFürsten von Dessau. — Sein Sohn, Friedrich Amadeus v. Milagsheim, ward1707 Otlizier in dem damals alt-anhaltschen Regimente in Halle (zu-letzt v. Renouard). lir gelangte am 23. März 1731 zum Grade einesObersten und Chef des Cadettencorps, auch verlieh ihm Se. Maje-stät die Würde eines Amishauptmanns v. Mühlenbcck und Mühlenhof.Er starb, soviel uns bekannt ist, unvermählt iinlWai des Jahres 1747in Berlin. Bei dieser Gelegenheit dürfte es nicht unpassend sein,eine Liste der Chefs des Cadettencorps von seiner Errichtung bis zumJahre 1837 hinzuzufügen:
1707 Oberst Fink v. Finkenstein.
1727 Oberst de St. Sauveur.
1731 Oberst v. Milagsheim.
1739 Oberstlieutenant v. d. Oelsnitz.
1753 Oberst v. Wulfen bis 1757.
1759 Generalmajor v. Buddenbrook bis 1781.
1782 Oberst v. Plötz.
1782 Generalmajor v. Mosch.
1797 Oberst v. Beulwitz.
1799 Oberst v. Lingelsheim (jetzt Generallieutenant a. D.)
1817 Generalmajor v. Brause.
Der jetzige Chef ist der Generalmajor v. Below.
Minckwitz, (k) die Grafen, Freiherren und Herren von.
Ein uraltes adeliges, zum Theil freiherrliches und gräfliches Ge-schlecht, das ursprünglich Oesterreich, Mähren und Böhmen angehört,sich aber von da schon seit langen Jahrhunderten in zwei Linien, indie schwarze und in die weisse, getheilt und sich in verschiedenenZweigen in Schlesien, der Lausitz und Meissen verbreitet hat. Dasgleichnamige Stammhaus dieser vornehmen Familie liegt im KreiseBunzlau in Böhmen. Einer alten Familien-Tradition nach ist Inkwi,ein alter Heerführer der Vorzeit, der muthmassliche Stammherr.Wenn diese Angabe von uns hier nur als Sage nacherzähltwird, so ist es doch sicher, dass schon auf dem Turniere zu Göt-tingen im Jahre 1(19 und auf dem zu Bamberg 1362 die v. Minckwitzvorkamen. — Onso v. Minkowitz wurde im Jahre 1421 auf dem Land-tage zu Prag zum Statthalter des Königreichs Böhmen erwählt. Inder Lausitz besass dieses Geschlecht die Herrschaften Spremberg,Sonnenwalde, Dreikow, Drehnow, Lindenau, Tuppa, Tetta u. s. w.—Nikolaus v. M. jagte 1528 den Bischof von Lebus aus seiner ResidenzFürstenwalde und war überhaupt ein eifriger Beförderer der Refor-mation. — Erasmus v. M. war um die Mitte des 16. Jahrhundertssächsischer Kanzler. — Hans Rudolph v. M. starb 1702 als königl.polnischer und kursächsischer Generallieutenant und Gouverneur zuLeipzig. Er hatte sich als Oberst bei dem Entsätze von Wien imJahre 1683 ganz besonders ausgezeichnet und den Kurfürsten JohannGeorg III., der unter die Feinde gerathen war, gerettet. — Ein v.M. führte Friedrich den Grossen aus dem Gedränge, als der Ausgang -der Schlacht bei Mollwitz zweifelhaft wurde, er erhielt dafür den Po-sten eines Oberforstmeisters von Schlesien. Ein Bruder desselben war