Lynar.
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verhältnissmässigen Anzahl von Kugeln. Im Pulvergewölbe an derMauer am St. Gertruden - Thore: 157 Centner 53 Pfund mit demllolze. Noch im Zeughause: 55 Centner 58 Pfund Salpeter, 35 Cent-ner 33 Pfund Schwefel (dies beweist, dass man schon damals hierPulver gemacht habe)." Im Giesshause war das nöthige Giesswerk-zeug, Blasebälge, u. s. w., und in der Schmiede, was dazu gehört.Mit der Befestigung von Spandau beschäftigte er sich lange, undendigte sie endlich völlig, da Christoph Kömer und Friedrich Chira-mella sie nur angefangen hatten. An den Festungswerken zu Ciistrinund Peiz, desgleichen an dem kurfiirstl. Schlosse zu Bötzow (jetztOranienburg), gab er Verbesserungen an. Kr theilte den Vortheil der,vermuthlich in Belitz anzulegenden Salzwerke mit dem Kurfürsten.Dies erhellt deutlich aus einem Briefe. Kr schreibt 1580 aus Span-dau: „Wie dass der Salzmeister bei mir ist — auch ganz kein Zwei-fel habe, dass Kw. kurfiirstl. Gnaden und ich mit demselben werdenwohl versehen seyn ; Alldieweil ich aber zum Anfange eine ziemlicheAnzahl Blech zu den Pfannen benöthiget bin, als habe ich mich mor-gens Tages mit ihm gen Zehdenik zu reisen, alle dasselbe zu schmie-den, und auch eine rechte Probe von Osemund machen zu lassen,vorgenommen." Das Kode dieses Briefes, zum Charakterzug dama-liger Zeiten, ist: „U. will Kwr. Chnrfürstl. Gnaden, sammt Derselbenherzlieben Gemahl und junge Fröwichen hiemit in den Seilitz desAllerhöchsten befohlen haben. Kwr. Churfiirstl. Gnaden undertenig-ster, gehorsamer, und ganz williger Diener." Kr wollte auch Salpe-tersiedereien anlegen; daher J59-4 ein Befehl an die Städte und In-nungen erging, die Salpetersieilergraben zu lassen, „und wen siesich unrichtig halten, sollen die Städte und Innungen es an den ober-sten Zeugmeister Grafen Koch zu l,ynar berichten." Desgleichenlegte er zuerst die Kisenwerke zu Zehdenik an. Kr schreibt i570den lfi. April aus Spamlau : „er habe die beiden Hammerineister zurBesichtigung des liisensteins nach Zehdenik geschickt," und da eraus ihrem Berichte derer recht gute bequeme Gelegenheit, „daraus Kwr.Churliirstl. Gn. bester Nutz entstehen möchte," vernommen, so wolleer sich Dienstags selbst zum Churfürsten verfügen, und mündlich be-richten. Kr ward 1582 nach Brandenburg berufen, um seinenKath , wegen des baufälligen Thurms der Katharinenkirche zu geben.Der Thurm stürzte aber den 30. März ein, ehe er ankam. Ks istsehr wahrscheinlich, dass man ihn 1585 beim Baue des neuen Thürnies werde zu Käthe gezogen haben, zumal, da versichert wird, derThurm sei von einem Baumeister aus Mailand gebaut worden. Die-ser ltaliäner war höchstwahrscheinlich ein von dein Grafen in's Landgezogener, und also von ihm abhängig. Graf Koch war 1585 mitdem Kurfürsten in Dresden gewesen, und da der Kurfürst gern einenGärtner haben wollte, „der mit Bäumen umzugehen wiisste," hatteGraf Koch einen Gärtner ans dem Hofzwinger in Dresden durchKaspar .Schwabe beredet, mit nach Berlin zu gehen. Aber der Kur-fürst von Sachsen nahm dies übel, und der Gärtner ward zurückge-sandt. - Kr reiste öfter nach Dresden , z. B. im Jahre 1590 zwei-mal, wo er Dresden befestigte, und auch andere Städte, z. B. Ilerz-berg, wegen anzulegender Festungswerke besah. Er befestigte auch1588 Wiilzburg, im Fürstenthuine Anspach. 1582 baute er den Altarin der Nikolaikirche zu Spandau. Seine erste Gemahlin starb daselbst1585. Kr heirathete 1588 in zweiter Ehe Margaretha v. Terniow,die ihn überlebt hat. Er starb 1596 den 22. December, nachdem ervorher, am Sonntage nach Andreä, ein Capital von 2000 Thalern fürStudirende vermacht hatte. Man hat eine gegossene Münze, die aufder einen Seite Ihn, und auf der andern seine erste Gemahlin vorstellt.