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Lynar.
EhrIieben<1 en zustehet, zu vertheidigen vnd zu Verfechten."In demselben Jahre reiste er auch in eigenen Angelegenheiten nachFrankreich. In Sachsen baute er Schlösser und Festungswerke, beson-ders befestigte er Augustusburg im erzgebirg. Kreise, wovon noch seineOriginalzeichnung vorhanden ist. Ferner reiste er auch nach Cassel undan andere Höfe, wo er zum Rathgeben eingeladen, und auszeichnend em-pfangen und belohnt wurde. — 1577 ward er, mit Bewilligung des sächs.Hofes, Geheimer Rath beim Fürsten von Anhalt, und zog nach Des-sau. Von da reiste er zuweilen zum Kurfürsten von Brandenburg.—1578 kam er in brandenburgische Dienste, auf sehr ansehnliche Be-dingungen. Sein Gehalt war (000 Thaler jährlich, Hofkleidung füracht Bedienten, zweimal des Jahres, ansehnliches Deputat an Natu-ralien, und seine Reisen besonders bezahlt. Die Natural-Lieferungenmachten aus: 2 Wispel Weizen, 12 Wispel Roggen, 250 Tonnen Bier,2 Fuder Rhein-Wein, 3 Fuder blanker Landwein, 1 Fuder ro-ther Landwein, 6 fette Ochsen, 50 fette Hammel, 25 Stück Heide-schaafe, 20 Sauger, 30 Kälber, 2 Tonnen Heringe, 2 Tonnen Rot-scher (oder Stocklisch), 20 Schock Schollen, 8 Centner Hechte, 8Centner Karpfen, 100 Thaler zu frischen Fischen, Gewürze undZucker, 4 Tonnen Butter, 6 Tonnen Käse, 4 Scheffel Hafergrütze,2 Scheitel Hirse, 8 Schelfe! Buchweitzen, 8 Scheffel Erbsen, (j Ton-nen Salz, II Schock Gänse, 8 Schock Hühner, 8 Centner Talg, 50Wispel Hafer, und das Nöthige an Heu, Stroh und Holz. Dabeibehielt er vom Kurfürsten zu Sachsen 500 Thaler jährlich, vom Land-grafen zu Hessen 300 Thaler, vom Fürsten zu Anhalt 300 Thaler, vomHerzoge Kasimir 300 Thaler. Jeder dieser Herren liess ihn im benö-thigten Falle kommen, wobei ihm immer die Reisekosten besondersbezahlt wurden. Kr wohnte in Spandau , wo ihm der Kurfürst einHaus schenkte, das er hernach wie einen Palast baute. Dieser Pa-last wurde vom Kurfürsten Friedrich Wilhelm wieder erkauft, undgegenwärtig ist das Zuchthaus in demselben, daher alles geändertworden, bis auf ein Zimmer, welches noch nach alter Art getäfeltist. 1580 ward ihm sein Gehalt auf 1200 Thaler erhöht, und nochdazu bekam er von dem Kurfürsten Johann Georg ein Geschenk von30,000 Thalern, in 10 Jahren (jährlich 3000 Thaler) an ihn oder seineErben auszuzahlen. Man kann aus diesem, für die damaligen Zeitenäusserst ansehnlichen Geschenke auf die Achtung schliessen, in wel-cher er stand, und auf die Dienste, welche er leistete. Er wird indem darüber ausgefertigten Schenkungsbriefe vom 13. Januar 1580,und auch in andern Urkunden genannt: Rath, General, und obersterArtillerie - Munition - Zeug- und Baumeister. Er hat auch wirklichnicht allein die wichtigsten Kriegs- und Civilbauten betrieben, zuerstdie Artillerie in guten Stand zu setzen gesucht, und das Giesshausverbessert, sondern auch einen sehr einträglichen Salzhandel nachLüneburg angelegt, Salzwerke, Salpetersiedereien und Eisenwerkeanzulegen gesucht, viele fremde Künstler und nützliche Leute insLand gezogen, und brauchbare Maschinen erfunden. 1578 den 3.Decbr. nach Absterben des kurfürstl. Zeugmeisters und Giessers, Mi-chael Kesslers, machte der Graf Lynar ein Inventarium des Zeug-hauses und Giesshanses, und es waren, nach einem im königl. Archivevorhandenen, vom ihm unterschriebenen Aufsatze, im Zeughause vor-handen: „2 scharfe Metzen, scheust eine 90 Pfund Eisen; 2 ganzeungefasste Cartaunen , a 52 Pfund; 4 neue halbe Cartaunen, unge-fasst, und ist eine zu Cüstrin; 2 Nachtigallen uff Rädern, 1522,schiessen jede 48 Pfund Eisen; 2 schlechte halbe Cartaunen uff Ra-dern, ä 22 Pfund; 10 magdeburgische Stück uff Rädern, ä 7 PfundEisen; 3 halbe Falkaunen uff Rädern, ä 4 Pfund Eisen; nebst einer