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Lynar.
Ein Sohn dieses berühmten Mannes war Johann Kasimir , Grafzn Lynar, kurbrandenburgischer Geheimer Rath und Oberkainmerherr,aucli .Statthalter in Bayreuth. Er wohnte im Jahre J611 als kurfürstl.Bevollmächtigter den Verhandlungen zu Jiiterbogk in Sachen der Jü-lich'schen Erb- und Successionsangelegenheit bei. Seine Gemahlinwar Elisabeth v. Distelmeyer, die Enkelin des hochberiihmten Kanz-lers. Diese erkaufte nach dem Tode ihres Gemahls die HerrschaftLübbenau in der Niederlausitz, die noch heute ein Besitz der älterengräflichen Linie des Hauses ist; eben so erwarb sie die HerrschaftGlienike. Der Sohn aus dieser Ehe, Johann Sigismund, Graf zuLynar, war kursächsischer Geheimer Rath, Landrichter in der Nieder-lausitz, und Herr der Herrschaften Lübbenau und Glienike. Erstarb im Jahre 1065, nachdem er die Feldzüge des dreissigjähr. Krie-ges mitgemacht, und besonders 1642 in der Schlacht bei Leipzig sichausgezeichnet hatte. Kais. Ferdinand III., an dessen Hofe er Gesandterwar, schätzte ihn vorzüglich.— Der Enkel desselben, Friedrich Kasimir,Graf zu Lynar, geb. den 27. Juli 1673, Herr der Herrschaften Lie-benau und Bucko, Johanniterritter, kursächsischer Kammerherr undOberamtsrath in der Niederlausitz, starb am 27. April 1716. Er warmit Eva Elisabeth, Tochter des Grafen Adam v. Windischgrätz, ver-mählt. Aus dieser Ehe wurde geboren Moritz Karl, Graf zu Lynar,kursächsischer wirklicher Geheimer Rath und Präsident der Ober-amts-Regierung in der Niederlausitz, Gesandter am kaiserl. Hofe zuSt. Petersburg, um das Jahr 1740. Er starb am 24. April 1784,nachdem er schon seit dem 24. März 1730 Wittwer von ChristianeFriederike Henriette, Grätin v. Flemming, einer Tochter des GrafenJoachim Friedrich v. Flemming, geb. am 27. Septbr. 1709, und ver-mählt am 7. Novbr. 1728, war.— Der gelehrte Bruder des Grafen MoritzKarl, Rochus Friedrich, Graf zu Lynar, geb. am 16. Decbr. 1708,war künigl. dänischer Conferenzrath, Statthalter in Oldenburg undDülmenhorst, Ehrenmitglied der Gesellschaft der Wissenschaften inKopenhagen, Ritter des Kiephantenordens, und des Ordens de PUnionparfaite. Er ererbte von seinem kinderlos verstorbenen Bruder Mo-ritz Karl die Herrschaften Lübbenau und Bucko, war seit dem 22.Mai 1735 mit Sophie Marie Helene, des Grafen Heinrich XXIV.Reuss zu Köstritz, Tochter (geb. am 30. Novbr. 1712) vermählt, er-zeugte mehrere Sohne und Töchter, und starb am 13. Novbr. 1781.Ehe wir dieselben näher erwähnen, bemerken wir hiermit, dass die-ser gelehrte Graf verschiedene Werke und Schriften hinterliess, diein Johann Georg Meusel's gelehrtem Deutschland, Bd. II. S. 676. fol-gendermaassen verzeichnet stehen. Seneca, von der Gnade, übersetztmit Anmerkungen. Hamburg. 1753. Seneca, von der Kürze des Le-bens. 1754. Versuch einer Paraplirasis des Briefes Pauli an die Rö-mer. 1754. Erklärende Umschreibung des Briefes an die Ebräer.Bremen. 1756. Der Sonderling. Hannover. 1761. Franz. L'kommesingulier. ä Copenhag. 1771. Erklärende Umschreibung sämmtlicherapostolischer Briefe. Halle. 1765. Rede bei der kurfürstl. Huldigungin Lübben 1768. Erklärende Beschreibung des Evangelii! Johannis.1770. Erklärende Umschreibung der vier Evangelisten. Halle. 1775.Neue Miscellaneen, historischen, politischen, moralischen, auch sonstverschiedenen Inhalts. 2 Stücke. Leipzig. 1775. — Der älteste derSöhne des Grafen Rochus Friedrich war Friedrich Ulrich, Graf zuLynar, geb. am 16. März 1736, königl. dänischer Kammerherr u. s. w.So viel uns bekannt ist, ist derselbe nicht vermählt gewesen, oderdoch kinderlos gestorben. — Der zweite der Söhne, Christian Ernst,Graf zu Lynar, Ritter des Johanniterordens, starb am 28. April 1784.Er ist der Stammherr der heutigen Grafen zu Lynar. — Der dritte