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Friedrich v, L., der seine erste Erziehung auf dem Schlosse zuUtphe in der Wetterati erhielt. Im 10. Jahre ward er in das Cadet-tencorps zu Berlin aufgenommen und 1773 trat er als Lieutenant indas Regiment Garde zu Potsdam; 1790 kam er als Capitain und Coin-pagnieclief zum Berliner Cadettencorps, und sein langjähriges Wirkengehörte sodann ausschliesslich dieser Anstalt. 1793 ward er Major, undnach dein im Jahre 1799 erfolgten Tode des Generals v. Be lwitz Com-mandern' der Anstalt. Schon ein Jahr früher hatte er den Verdienstor-den erhalten. Das unglückliche Jahr 1806 fand ihn als Oberst und Chefsämmtlicher Cadettenhäuser. Im Jahre 1807 übernahm er auch das Di-rectorium der JVI ilitair — Akademie, im Jahre 1810 ward er zum Gene-ralmajor befördert, und 1X17 ihm der nachgesuchte Abschied mit demRange eines Generallieutenants und Beibehaltung seines ganzen Ge-halts ertheilt. Er hatte 27 Jahre der Cadettenanstalt angehört und an2000 Zöglinge aus derselben in die Armee eintreten sehen. Sein Toderfolgte am 13. Januar 1835 nach kurzem Krankenlager in einem Al-ter von 80 Jahren, Ein jüngerer Bruder des Generallieutenants standim Jahre 1800 als ältester Capitain in dem Regimente Prinz von Ora-nien zu Berlin und zuletzt als Oberstlieutenant im Isten schlesischenLandwehr- Regimente. Er ist im Jahre 1822 im Pensionsstande ge-storben. So viel uns bekannt" ist, hat er Kinder hinterlassen.
Dieses adelige Geschlecht führt ein durch einen Spitzenschnitt indrei Theile zerfallendes Schild, von welchem jedes der beiden obenrothen Felder drei silberne Pfähle loben zwei, einen unten) enthält.In dem untern silbernen Felde ist eine rothe Rose vorgestellt. Dasletzte Bild wiederholt sich auf dem gekrönten Helme zwischen zweischwarzen, mit den Pfählen belegten Adlerlliigeln. Die Ilelmdecken sindrotli und silbern.
Lingcr, tlic Herren von.«
1) Der König Friedrich I. erhob am 12. März 1705 den damali-gen Major und weiter unten näher bezeichneten spätem General derInfanterie, Christian Linger, in den Adelstand, welcher dem Oberst-lieutenant der Artillerie, Feter Salomen von Linger, am 3. December1787 erneuert wurde. Der Urgrossvater des Christian, Wilhelm Hein-rich Linger, war kaiserl. Oberstlieutenant. — Sein Grossvater, Mar-tin Ferdinand L., war Capitain und Zeugmeister bei der Artilleriein der Armee des Kurfürsten Friedrich Wilhelm. — Des LetzterenSohn, Salomon L., und der Vater des Erhobenen, diente ebenfallsin der Armee des grossen Kurfürsten als Zeugmeister und wohnte 21Campagnen und allen Belagerungen damaliger Zeit bei. — Zu derWürde eines Generals der Infanterie schwang sich empor:
Christian v. L. , der Sohn des letztgenannten Salomon L., der1688 bei der Artillerie eintrat, 1701 Hauptmann, 1705 Major wur-de, als solcher dem spanischen Erbfolgekriege beiwohnte, und 1709zum Oberstlieutenant avancirte. Im Jahre 1715 zeichnete er sich beider Belagerung von Stralsund so vortheilhaft aus, dass er nach demTode des Generalmajors v. Kühl, im Jahre 1716 als Oberst, Chef desdamals aus einer Compagnie Bombardieren und neun Compagnien Ka-nonieren bestehenden Artilleriecorps wurde. Im Jahre 1724 erhielt erdie Amtshauptmannschaft zu Rosenburg, 1728 aber ward er zum Ge-neralmajor und 1741 zum Generallieutenant ernannt. Er errichteteim Jahre 1742 ein Feldartillerie-Regiment, das er innerhalb zwei Jah-ren von 600 Mann bis auf 1570 vermehrte und mit nnermiidetemFleisse einübte. Friedrich II. erkannte die Verdienste dieses ausge-