Linden.
Die Familie leitet ihren Ursprung von den alten Grafen v. As-permont in Lothringen ab. Die Schriftsteller, welche über dieses Ge-schlecht geschrieben haben, als: Dothens Annales de la maisbn deLynden, — Johann Holtacker, Decan zu Worms 1676, — Moreri inseinem Diction. histor. 1740, so wie ancli Hühner in seinen genealo-gischen Tabellen von 1778, behaupten, dass Albert III., Graf v. As-permont zwei Söhne gehabt, wovon Gobert I. die Grafen von Asper-mont in Lothringen fortgepflanzt, Arnold II. aber durch seine Frau,Helena von Boisicliem und Cnilenbnrg, die im Lande Bethuven im Her-zogthum Geldern gelegene Herrschaft Linden 1170 an sich gebracht,sich dann dahin gewendet, und der Stammvater der jetzigen Freiher-ren v. Linden daselbst, welchen Namen er angenommen habe, ge-worden sei. Das Geschlecht erlangte nach und nach viele Güter undgrosses Ansehen, und theilte sich in mehrfache Zweige. Titeoderich v.Linden erwarb (560 die Herrschaft Dormal in Brabant und Mathiwanim Bisthnme Lüttich. Hermann v. Linden aber erkaufte die Herr-schaft Reckheim bei Lüttich. Des Letzteren Nachkommen, FerdinandGobert v. Linden auf Reckheim und sein Bruder Hessen sich von Sa-muel v. Sorci dessen vermeintliche Rechte auf die Herrschaft undden Namen v. Asperinont cediren, und wurden unter diesem Namenam 5. Januar 1686 vom deutschen Kaiser in den Grafenstand erhoben,nachdem sie am 16. März 1076 schon die Freiherrenwürde erlangthatten.
Unterdessen ist die Linie von Reckheim, welche durch dcnReichs-depntationshauptschlnss von 180.5 für ihre im westphälischen Kreiseverlorenen reichsunmittelbaren Besitzungen die Herrschaft Baindt inSchwaben erhalten hatte, auf ihren Gütern in Ungarn 1824 im Manns-stamme erloschen. Die Linie der Freiherren v. Linden-Hemmenblüht nebst mehreren anderen Zweigen noch fort.
So viel das Wappen dieses Geschlechts betrifft, so sollen die As-perinont, als angebliche Abkömmlinge des Esteschen Hauses in Italien,einen silbernen Adler im blauen Felde geführt haben. Die beiden obenerwähnten Brüder aber, Gobert I. und Arnold II., sollen zur Erinne-rung an ihren Zug nach Jerusalem, der Erstere ein silbernes Kreuz,und der Andere ein goldenes Kreuz, beide im rothen Felde, angenom-men und auf ihre Nachkommen fortgepflanzt haben. Auf dem gekrön-ten Helme des Aspermontischen Schildes mit dem silbernen Kreuzeist eine achteckige rothe Tafel zu seilen, deren Ecken mit goldenenKiigelchen und Pfauenfedern geziert sind, und auf welcher das sil-berne Kreuz des Schildes erscheint. Auf dem goldgekrönten Helmedes Schildes mit dem goldenen Kreuze erscheint ein rechts gekehrter,sitzender, schwarzer Windhund mit goldenem Halsbande.
Beide Stammwappen wurden von Zeit zu Zeit nach den verschie-denen Besitzthiimern vermehrt, so wie die Linie zu Reckheim auchden silbernen Adler wieder aufgenommen hatte.
III Eine dritte freiherrliche Familie des Namens v. Linden ge-hörte vor Autlösung des deutschen Reichs zum reichsunmittelbarenAdel in Schwaben, und zwar vermöge ihrer Besitzungen zum Ritter-canton Neckar-Schwarzwahl. Im Jahre 1806, bei Auflösung des deut-schen Reichsverbandes, kam dieselbe unter die Hoheit des Königs von\\ iirtemberg, und gehört dermalen der dortigen Ritterschaft an. Sieleitet ihre Niederlassung in Deutschland von Peter v. Linden ab, wel-cher um das Jahr 1660 Hex in Brabant, woselbst er begütert war,verliess, sich nach Deutschland in die Gegend des mittleren Mainswendete, und dessen Nachkommen sodann unter Johann Heinrich v.Linden die freiherrliche Würde erlangten und sich in Schwaben an-kauften. Ks ist nicht unwahrscheinlich, dass dieses Geschlecht von